Spring Style-Along – Zwischenstand

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Mein hübscher Plan, der Rose in meinem Blumenkasten hier im Blog beim Aufblühen zuzusehen, ging leider nicht auf – sie hat die letzten kalten Nächte nicht überstanden und dann doch noch das Zeitliche gesegnet. Mal sehen, was die Küchenschelle so kann.

Auf und Ab gibt es auch bei der Frühlingsgarderobe zu vermelden. Ich fange mal mit der Strickerei an:

 

Die rote dicke Jacke ist tatsächlich annähernd fertig geworden. Nachdem sie ja im letzten Anlauf viel zu weit gewesen war, ist sie nun etwas schmaler als gehofft. Es reicht nur für eine Überlappung der vorderen Kanten, keinen wirklich seitlichen Schluss. Die Kanten vorne direkt aufeinander treffen zu lassen, wäre auch hübsch, allerdings zieht da natürlich die Kälte rein. Die Knopflöcher hatte ich sowieso vergessen, darum Schlaufen.
Vor allem fehlt ihr jetzt aber leider dieser schöne Schwung nach außen, darum habe ich beschlossen, zwei Keile zu stricken, die in die Seitennähte kommen und der Jacke hoffentlich endlich zu einer eleganten A-Linie verhelfen (und hoffentlich nicht allzu wurstig aussehen …). Außerdem soll sie ja noch gefüttert werden – sie ist also eigentlich gar kein Frühlings-, sondern eher ein Herbstprojekt, insofern tüftele ich da jetzt ohne Zeitdruck weiter dran herum, wenn mir der Sinn danach steht.

Damit ist nun freie Bahn für ein neues Strickprojekt, und nach langem Suchen habe ich mich für diese Jacke entschieden. Nach all dem Ärger mit alten Anleitungen ist dies nun endlich mal eine moderne, und ich hoffe, dass sie sich gut umsetzen lässt. Die Jacke fällt in meine neue entspannte Freizeitkategorie, darum kann sie gerne weder 20er noch 30er oder sonstwie authentisch sein. Insgesamt passt sie vom Stil her ja ganz gut, den Kragen mache ich vielleicht noch ein bisschen anders.

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Farblich bin ich dann doch wieder bei Blau hängen geblieben, fremdelte aber irgendwie mit der Vorstellung einer durchgehend gemusterten Jacke. Den Ausschlag gab, dass die Abnahmen im Muster deutlich und unschön sichtbar waren, da hab ich also nochmal aufgemacht und neu angefangen, und jetzt wird das Muster nur an Saum und Ärmeln und Kragen auftauchen, das gefällt mir besser.

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Eine blaue Jacke aus Merinostrick (im letzten Post gezeigt) zuende nähen wollte ich ja auch, und das hat leider so erstmal nicht geklappt. Der Halsausschnitt war mir zu weit, der Kragen zu schmal und überhaupt. Ich hab also vier Abnäherchen hinten im Nacken gemacht und einen neuen, breiteren Kragen. Dafür brauchte ich mehr Stoff, und natürlich ist es immer eine super Idee, den Druck bei einem störrischen Nähprojekt zu erhöhen, indem man noch mehr Geld dafür ausgibt als sowieso schon. Jetzt ist auch noch Stoff für einen passenden Rock da, aber naja …
Trotz allem blieb aber das Grundproblem: Der Rücken ist einfach zu kurz. Ich muss den Kragen im Nacken fünf bis zehn Zentimeter nach hinten ziehen, dann sitzt sie vorne prima. Sonst hängt sie wie ein Sack an mir, und das auch noch in biederem Dunkelblau – geht nicht. Da werde ich wohl alle Teile noch einmal auftrennen und neu zuschneiden müssen, zum Wegschmeißen war das Ganze jetzt echt zu teuer. Aber auch das mache ich wohl eher gen Herbst.

Dafür ist ein anderes etwas wildes Projekt zu einem ungeplanten, aber ganz wunderbaren Ende gekommen. Schon lange wollte ich mal sowas haben:

(Bilder aus Fiell: Fashion Sourcebook 1920s und Art Deco Fashion von Pepin Press)

Ausführliches und schöne Bilder zum Thema einteilige Kleider, die wie zweiteilige aussehen, zweiteilige, die so tun, als seien sie einteilig, usw. kann man bei witness2fashion nachlesen und ansehen. Nun gab es neulich im Warenhaus zwei Kaschmir-Pullover zum Preis von einem, und ich dachte mir, wenn ich einen passenden für das Oberteil kaufe, könnte ein zweiter in der größten Größe doch den Stoff für das Rockteil eines Kleides liefern. Das hätte fast geklappt, aber am Ende war der Rock dann doch die entscheidenden fünf Zentimeter zu kurz. Aber einen Kragen für eine Jacke konnte man aus dem zweiten Pulli zusammenstückeln und nach ein bisschen Hin und Her und Ausprobiererei habe ich jetzt diese hier:

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Sie kriegt Knötchen, wenn man sie nur ansieht, aber sie ist wunderbar weich und kuschelig und passt prima zu meinen Privat- und Zuhause-Sachen und ich liebe sie sehr.

Die Sache mit dem “Pulloverkleid” hatte also nicht geklappt, da lief mir außerplanmäßig ein Viskose-Baumwoll-Strick mit Bündchen und Borderprint über den Weg. So hab ich ihn ohne vorheriges Anfassen bestellt, und das war eindeutig ein Fehler. Statt weich und leicht finde ich ihn eher kratzig und labberig. Und trotz vorherigen Ausmessens reicht wieder einmal der Stoff nicht – diesmal ist der Rock so eng, dass er mir am Hintern klebt. Naja, so in etwa hätte es werden können (kürzere Ärmel natürlich, größerer Ausschnitt usw.):

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Fliegt aber in den Müll. Immerhin hab ich den Schnitt für das Oberteil mal ausprobiert, das wird mir sicher irgendwann zupass kommen.

Was ich bisher vor mir hergeschoben habe, ist das Kassackkleid. Mittlerweile habe ich die Teile in Gelatine gebadet und sie sind auch steif geworden, aber auch ein bisschen eklig. Weiß noch nicht, wie ich damit weitermache.

Da habe ich doch lieber ein Sonntagskleid aus einem Viskosejersey angefangen, der ebenfalls nicht im Plan war, sich mir aber förmlich aufdrängte. Ich finde es äußerst schwierig, mir im Winter vorzustellen, dass ich im Sommer tatsächlich leichte Kleidung tragen und dabei nicht frieren werde. So musste ich meinen Nähplan noch ein bisschen korrigieren.

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Ich finde den farblichen Kontrast ein bisschen krass. Und den Kragen irgendwie so 70er. Aber es ist ja auch noch nicht fertig – mal sehen.

Insgesamt finde ich mich ziemlich fleißig und bin auch mit dem Output ganz zufrieden – irgendwas ist ja immer. Und nun bin ich gespannt auf die Berichte der anderen Teilnehmerinnen am Style Along!

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5 thoughts on “Spring Style-Along – Zwischenstand

  1. Ich bin ein bißchen sprachlos. Das grenzt ja schon an industrielle Produktionsraten. 😉 Ich komme ja grad gar nicht vorwärts.Die Strickjacke mit Schalkragen finde ich ja ganz hinreißend. Der Kontrast zwischen Blende und rotem Kleid finde ich sehr schön. Und die dicke Strickjacke ruft tatsächlich nach Skiern. Mit was wirst Du sie im Herbst dann füttern?

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    1. Tja, ich bin auch ein bisschen überrascht, dass gerade so viel geht – auch, wenn nicht aus allem was wird. Die rote Jacke wollte ich eigentlich – authentisch – mit Flanell füttern, allerdings würde sie dann viel von ihrer Bequemlichkeit einbüßen, also vielleicht doch Jersey? Obwohl ich es ein bisschen komisch finde, Strick mit Strick zu füttern. Mal sehen.
      Und das rote Kleid hat den hellen Kragen behalten, bloß der Kragen ist jetzt anders. Es ist fast fertig, sitzt aber doof, da muss ich mir noch irgendwas ausdenken.

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