Summer Stitchalong – Finale

025

Es ist tatsächlich dabei geblieben – das Nachthemd hat keine weitere Stickerei bekommen. Ein bisschen schade finde ich das schon, aber abgesehen davon, dass  meine zimperlichen Handgelenke nicht mehr wollten, fehlte mir auch die wirklich zündende Idee für ein Geranke zwischen den Kästchen. Vielleicht kommt das noch, mal sehen.

008

Insgesamt gefällt mir mein neues Nachthemd aber wirklich sehr! Nun ist es leider schon etwas zu kalt dafür geworden, aber in den letzten warmen Nächten trug es sich toll, und ich fühle mich sehr hübsch und gut angezogen damit. Irgendjemand sagte mal, man solle sich zum Schlafen immer so kleiden, dass es völlig angemessen wäre, am Morgen ein Glas Sekt im Bett serviert zu bekommen. Das finde ich auch, und weil ich gerade dabei war, habe ich noch ein weiteres Nachthemd genäht (allerdings nur mit Spitze verziert, ohne viel aufwändige Handarbeit), und ein weiteres sowie einen Pyjama in Planung. Der Sommer ist ja nun wohl passé, an Sachen für den Herbst mag ich mich aber auch noch nicht machen, da passt also ein kleiner Nachtwäsche-Lauf.

007.JPG

Heute ist Me Made Mittwoch, da aber Tragefotos von Wäsche an mir nix im Internet zu suchen haben, bin ich leider nicht dabei.
Aber in das Finale des Summer Stitchalongs reihe ich mich gerne ein! Vielen Dank für die Organisation, das hat Spaß gemacht!
Und auch bei handgestickt verlinke ich nun endlich mal einen Post.

 

Advertisements

Summer Stitchalong – Zwischenstand

050.jpg

Allmählich nimmt die Sache Formen an.
Das Schwierige am Sticken über Stramin ist, dass man erst am Ende sieht, wie das Ganze wirklich wirkt – allerdings hätte man, da ich mich für ein Lochmuster entschieden hatte, später sowieso nicht mehr viel ändern können. Jedenfalls, das geometrische Muster um den Ausschnitt ist fertig, und ich finde es hübsch, wenn auch etwas massiv geraten. In meiner Vorstellung war es zarter.

Nun fehlt noch das Geranke, und dafür könnte ich mir nun doch noch eine weitere Farbe vorstellen, zum Beispiel eine von diesen hier:

003.JPG

Da meine Handgelenke aber vom Sticken nicht begeistert sind, kann es auch sein, dass es einfach beim jetzigen Stand bleibt. Ich nähe jetzt erstmal das Nachthemd zusammen, dann sehe ich weiter.

Was die anderen Stickerinnen umtreibt, erfahrt Ihr hier. Und Anfang September kommt dann das Finale.

Bauhausmädels

034

… lautet der Titel eines Buches, das ich von Herrn Buttonbox zum Geburtstag bekam (von Patrick Rössler, Taschen Verlag). In diesem Jubiläumsjahr begegnet einem ja das Bauhaus an jeder Ecke, was ich großartig finde, denn es interessiert und beschäftigt mich schon lange – Design von Alltagsgegenständen, Neues Bauen, die Erfindung der Einbauküche, und was das alles mit Bildern vom Menschen und von der Gesellschaft zu tun hat.  Aber natürlich auch das Lebensgefühl, das man aus heutiger Sicht mit dem Bauhaus verbindet, mit seiner Freiheitlichkeit (die keineswegs eine Gleichberechtigung bedeutete), der Aufbruchstimmung, mit den grandiosen Festen  – sehr spannend alles!
Ein höchst erfreulicher Nebeneffekt dieser momentanen Bücher- und Bilderschwemme ist, dass man viele viele Fotos von Frauen in Alltagskleidung aus den Zwanzigern zu sehen bekommt. Und das oben erwähnte Buch war auch in dieser Hinsicht eine wahre Goldgrube.

058.JPG

Was schnell auffällt: Die Kleider sind sehr schlicht verglichen mit dem, was man sonst oft zu sehen bekommt. Dass eher Fest- als Alltagskleidung die Jahrzehnte überlebt hat und nun noch im Original zu besichtigen ist, ist natürlich nicht überraschend. Oft heißt es aber zum Beispiel, Versandkataloge aus der Zeit würden die Kleidung einfacher Leute authentisch wiederspiegeln, und von deren Verspieltheit, aufwändiger Schnittführung und vor allem der Auswahl der verwendeten Stoffe ist das, was auf den Fotos vom Bauhaus zu sehen ist, ganz überwiegend weit entfernt. Nun kann man davon ausgehen, dass die Frauen dort zum Einen ziemlich fortschrittlich gesonnen, zum Anderen größtenteils bitterarm waren. Über dem Charme, den die Goldenen Zwanziger versprühen, vergisst man leicht, dass die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland vor allem eine größter Armut war. Viele damalige Bauhäusler beschreiben, wie sie in den ersten Jahren auf Parkbänken übernachtet und gehungert haben. Geld für teure Kleidung auszugeben, war also sicher nicht an der Tagesordnung.

061.JPG

Mir persönlich gefällt dieser schlichte Stil sehr gut, ich fühle mich glücklicherweise bestätigt in dem, was ich, den Zwanzigern möglichst authentisch nachempfunden, nähe. Was mir besonders gefällt: Mit welch lässiger Eleganz in der Öffentlichkeit Hosen getragen wurden (und das schon Ende der Zwanziger, wenn man der Datierung der Bilder glauben darf – sehr früh!). Und die vielen Blusen und Kleider mit Hemd- oder Stehkragen, oft ärmellos, am Hals mit Knopf oder Band geschlossen oder offen getragen.

Eine Hose aus Viskosecrepe hab ich mir also genäht (und auch auf der Straße getragen, jaha!), und zwei Blusen, von denen ich eine heute zeigen will:

031-1.jpg

Den Stoff habe ich von Ruth geschenkt bekommen (ich bin ja weiterhin mit dem Vernähen meiner Stoffvorräte beschäftigt), der Schnitt ist selbstgebastelt. Ach so, und der Hut ist auch neu, und weil er mir so gut gefällt, sollte er auch mit auf’s Bild.

Jede Menge gut gekleidete Frauen gibt es auch hier beim MeMadeMittwoch zu sehen – wahrscheinlich mit etwas weniger Nerdcontent.
Viel Spaß!

055

[Die Schwarz-Weiß-Fotografien in diesem Post entstammen alle dem o.g. Buch von Patrick Rössler. Käthe Schmidt, Foto von Hajo Rose; Elsa Thiemann, Selbstportrait; Martha Erps und Ruth Hollos, Foto von Erich Consemüller]

Summer Stitchalong – Pläne

003

Voller Freude hörte ich im letzten Frickelcast die Ankündigung für den Summer Stitchalong, gehostet von Petersilie & Co! Hatte ich mich doch schon allseits beklagt, dass meine Handgelenke Stricken, Häkeln oder Klöppeln immer noch nicht wieder für eine gute Idee halten, so dass mir ein Urlaub ganz ohne Handarbeiten bevorstand. Mal wieder etwas Größeres von Hand zu nähen wäre zwar auch eine Option, lockt mich aber gerade nicht wirklich. So kam also die Idee wie gerufen, etwas zu sticken, das müsste gesundheitlich eigentlich gehen. Und es war auch recht schnell klar, was es werden soll.

Schon länger liegt hier eine ganz leichte Baumwolle, von Ruth geerbt und dunkelblau, die ein Nachthemd werden soll, und jetzt weiß ich auch, warum ich mich bisher irgendwie nicht um die Spitze zur Verzierung gekümmert habe, denn ganz offensichtlich soll es ein Nachthemd mit Stickerei werden. Das passt eigentlich zur Baumwolle sowieso viel besser.

Als Inspiration dient mir die obige Abbildung (aus 1920s Fashion Design von Pepin Press). Abgebildet ist hier ein Set aus Hemdhose, Nachthemd, Unterkleid und, nehme ich an, Unterhose. Ich mag den eckigen Ausschnitt und die Mischung zwischen geometrischer Umrandung und floralen Elementen. Die geraden Strecken könnten ganz gut eingezogene Bändchen sein (zumal man sie am Ausschnitt hinten auch von innen sieht), aber ich möchte ja sticken.

 

Mal wieder habe ich über mehrfarbige Stickerei nachgedacht und mal wieder werde ich doch einfarbig sticken – da bleib ich schön in meiner Komfortzone, ja, aber irgendwie finde ich es eleganter, und allzu bunt ist einfach nicht mein Ding. Bin allerdings noch unentschlossen, ob es Dunkel- oder Hellblau werden soll (und hab mich mal wieder über das schlechte Licht bei K**stadt geärgert, das bei mir schon zu mehr als einem Garn-Fehlkauf geführt hat, so auch diesmal). Ich werde ein bisschen zur Probe sticken und dann entscheiden.

008.JPG

Was den Schnitt angeht, so ist das wohl ein schlichtes T (muss nur aufpassen, dass weder es mir zu schmal gerät, noch der Saum an den Seiten herunterzipfelt), und für die Stickerei am Halsausschnitt werde ich erstmal nur Vorder- und Rückenbahn zusammennähen, ohne weiter zuzuschneiden. Es wird sowieso immer recht viel Stoff sein, mit dem ich da hantiere, und ich möchte nicht, dass irgendetwas ausleiert oder sich verzieht. Ich plane, erstmal die geraden Linien auf Stramin zu sticken, und mir anschließend das Geranke auszudenken. Die Technik, Stramin auf den eigentlichen Stoff zu heften und dann aus der fertiggstellten Stickerei Faden für Faden herauszuziehen, habe ich als Mädchen gelernt, aber komischerweise noch in keinem Stickbuch gefunden – dabei ist das so praktisch! Jedenfalls habe ich vor, apropos Technik, mir endlich mal ein paar neue Stickstiche anzueignen, und darauf bin ich sehr gespannt!

Ich freu mich sehr! Vielen Dank für die schöne Idee an die Damen von Petersilie & Co.!

Und hier geht’s zu den anderen Stickerinnen.

Rot!

018.JPG

Als es vor eine paar Wochen plötzlich so schön warm wurde, bekam ich Sehnsucht nach mehr Kleidern – morgens einfach ein einziges Kleidungsstück überzuwerfen, ist eine meiner großen Sommerfreuden. Und eine Sommerfreude ist es auch wirklich geworden, denn es gefällt mir sehr:

015a.jpg

(Es war beim Fotografieren ziemlich windig, und auch auf der Puppe war das Kleid leider bemerkenswert schlecht zu fotografieren.)

Weil ich ja momentan fast nur aus dem Bestand nähe, fiel die Wahl auf eine mittelschwere Baumwolle, die auf der einen Seite so eine Art Atlasbindung hat, also etwas glänzt. Sie ist außerdem, wie man sieht, richtig rot, was ich sehr schön finde, mich aber trotzdem bisher davon abgehalten hat, sie zu vernähen. Ist schon etwas ungewohnt.

Weil es außerdem schnell gehen sollte, habe ich mich für den T-förmigen Basisschnitt entschieden, nach dem ich schon diverse Kleider genäht habe (zum Beispiel hier), obwohl mich der weite, formlose Rücken daran schon seit Längerem etwas stört – und mich auch diesmal wieder geärgert hat.

Erstmal ging es aber ganz gut voran, die Idee mit den weißen Stepplinien am Ausschnitt ließ sich einigermaßen ordentlich umsetzen und erfüllt auch ihren Zweck, das viele Rot ein bisschen zu beleben. Die Kombination rot-weiß hat außerdem immer so ein bisschen was Maritimes, was ich sehr mag. Den ersten längeren Hänger gab es dann bei den Falten. Die sollten diesmal nämlich eigentlich vorne seitlich liegen, aber nach Herumprobieren mit allen möglichen Varianten in Richtung und Lage sind sie am Ende doch wieder über den Hüften gelandet, das passt einfach am Besten zu meiner Figur. Dass die vordere Bahn nun beidseitig schon eingeschnitten war, war nicht so schlimm, denn diese Riegel waren sowieso eingeplant. Allerdings hätte der Winkel mehr Sinn gemacht, wäre direkt unterhalb die erste Falte aufgesprungen, wie ich mir das ursprünglich gedacht hatte.

001.JPG

Die Rundung am Ausschnitt nochmal in Klein bei den Riegeln gut hinzukriegen, traute ich mir eigentlich nicht zu. Da halfen glücklicherweise Ermutigung und gute Ratschläge von Frau Kapeanlumi und Frau Tinesews: Ich habe die Kanten mit Heftgarn eingereiht und zusammengezogen und das Ganze über einer Pappschablone gebügelt. Leider sind sie beim Annähen wieder etwas aus der Form geraten, aber prinzipiell hat es gut funktioniert. Nicht so gut funktioniert hat das Freihand-Steppen mit der Maschine. Nachdem ich zig einzelne Stellen wieder aufgetrennt und neu gemacht habe, mit mäßig schönem Ergebnis, habe ich die Riegel dann doch nochmal neu zugeschnitten und gesteppt, diesmal mit Vorzeichnen, was – Überraschung! – viel besser ging. Ich habe außerdem beim zweiten Anlauf nicht die Kanten direkt umgelegt und mit festgesteppt, sondern erst nach dem Steppen umgebügelt, so konnte man die Ecken viel besser unterschlagen.

Und der dritte große Haken war dann, wie zu erwarten, der Rücken. Wenn man das ganze Kleid nicht so weit macht, dass es quasi berührungslos um einen herumhängt, staucht es sich am Rücken über dem Po, besonders bei etwas festerem Stoff (und wenn man, anders als meine Schneiderpuppe, überhaupt einen Po hat). Ich habe Verschiedenes ausprobiert – stärkere Rundung der Seitennähte, die klassischen zwei Rückenabnäher, zweimal zwei kleine halbe Abnäher, die nach oben aufspringen (das hätte bei leichterem Stoff, glaube ich, ganz gut funktionieren können), schließlich zwei senkrechte Abnäher ziemlich nah an an den Seitennähten.

035.jpg

Sowas habe ich noch nirgends gesehen, aber es nimmt zumindest ein bisschen Weite aus dem Rücken. So wird es nun also bleiben. Und nächstes Mal versuche ich dann wirklich mal einen anderen Schnitt. Glaub ich.

Heute ist MeMadeMittwoch! Den findet Ihr hier.

Downton Abbey-Bluse, Die Zweite

 

img_5868.jpg

Meine Hände sind immer noch malade und Nähen ein vorsichtig zu dosierendes Vergnügen. Schon vor Längerem ist aber eine Bluse fertig geworden, die ich noch nicht gezeigt hatte, und zwar diese hier:

040a

Die hellblauen Teile gehörten ursprünglich zu einer Bluse, die ich vor ein paar Jahren für den Historical Sew Monthly genäht hatte, inspiriert von einer aus Isobel Crawleys Garderobe. Leider hatte ich sie falsch konstruiert, so dass sich die Ärmel nach vorne drehten und der Rücken Falten warf, und ich hab sie nur ein paar Mal getragen. Um die schöne Stickerei tat es mir dann aber doch leid, so dass ich die nun in eine neue Bluse hineingebastelt habe, die ihrerseits von einer inspiriert ist, die Lady Edith in einer späteren Staffel trägt:

032

Wie man sieht, habe ich über verschiedene Designs nachgedacht und mich am Ende für ein möglichst einfaches entschieden, das allerdings die unteren Querstreifen beibehält. Im Original sieht es sehr danach aus, als seien die Rechtecke tatsächlich rundum eingesetzt, das habe ich mir aber angesichts der flutschigen Viskose nicht zugetraut und stattdessen zuerst den ganzen vorderen Streifen zusammengesetzt, um ihn dann in den Rest der Bluse einzufügen. Schon das war, wie man an den leicht schlingernden Nähten und Bügelfältchen sehen kann, eine Herausforderung. Die Ärmel sind vielleicht auch noch ein bisschen zu lang oder zu weit oder irgendwas … aber ob ich da nochmal rangehe, weiß ich noch nicht. Lieber freue ich mich darüber, dass ich seit dem ersten Versuch 2015 ganz schön viel dazugelernt habe!

Der Rock ist übrigens gekauft, aber irgendwann traue ich mich auch mal an Plissee-Stoff heran – so Zwanziger!

Und hier geht’s zum MeMadeMittwoch. Wie immer Danke an die Organisatorinnen und viel Spaß!

Es gibt kein schlechtes Wetter

010

… nur falsche Kleidung!
In diesem Sinne habe ich mir ein Kleidungsstück genäht, das ich sehr schick finde, das sich allerdings praktisch erst noch bewähren muss. Mein erster Test im letzten Herbst hatte nämlich großes Herzeleid, langes Gegrübel und schließlich einige Anpassungen zur Folge. Seit einigen Wochen wartet es nun auf den nächsten Probelauf, bisher war es mir dafür aber zu kalt. Mit dem April kommt aber ganz sicher Gelegenheit, es zu tragen:
Ein Regencape, mit Hut.

p1120331-1.jpg

Leider finde ich die Modezeichnung nicht mehr, die mir als Inspiration gedient hat, ich glaube, sie kam aus einer der vielen Vobachschen Publikationen.

Als Schnittmuster hatte ich mich für Simplicity 7953 entschieden. Der Stoff kommt von Extremtextil und ist eine reine Baumwolle, die wunderbarerweise trotzdem quasi wasserdicht ist [beides: Markennennung, unbeauftragte Werbung]. Leider gab es sie nur noch in sehr gedeckten Farben – und eine kleine dunkelgraue Stoffprobe ist eindeutig etwas anderes als ein derart großflächiges Kleidungsstück, wie ich feststellen musste. Beim ersten An-die-Puppe-heften war ich entsetzt – das Ganze sah aus wie ein Nachtwächter aus dem 19. Jahrhundert (Oder auch Darth Vader. In unserem Esszimmer. Gruselig!). Stück für Stück wurde es aber besser. Trotzdem die natürlich ein Einfallstor für Nässe darstellen, habe ich dem Cape helle Steppnähte verpasst, die die Sache merklich belebt haben.

Zum Stoff ist zu sagen: Sehr ungewohnt! Er ist leicht aber steif, verzieht sich nicht, verzeiht aber auch nichts – ein kleine Beule ausbügeln oder dergleichen kann man da nicht. Und bei drei Stofflagen hat meine alte Singer gestreikt, ich konnte dann nur noch die Nadel über das Handrad mit Schwung in den Stoff hauen, was funktionierte, allerdings werden die Nähte auf diese Art nicht gerade gleichmäßig.

p1120327-1.jpg

Das Problem, so stellte sich nach dem ersten Probetragen heraus, war aber der Schnitt. Die beiden vorderen Bahnen sind oben zu breit, so dass ich nachträglich Abnäher an der Schulternaht eingefügt habe. Weiter unten sind sie dafür viel zu schmal und die Ärmelschlitze damit zu weit vorne. Das scheint nicht unüblich bei Capes zu sein, hat aber zur Folge, dass man die Arme nur nach vorne herausstrecken, aber nicht seitlich herunterhängen lassen kann, z.B. mit einer Tasche in der Hand. Die Breite reicht außerdem nicht für’s Fahrradfahren. Weder mit herausgestreckten Händen noch mit Händen unter dem Cape konnte ich mit beiden Händen den Lenker anfassen – und damit war das Ganze mehr oder weniger unbrauchbar für mich. Da der Stoff wirklich teuer war, war das ziemlich niederschmetternd.

Nach einigen Wochen und etwas gutem Zureden meiner lieben Nähfreundinnen habe ich mir das Cape dann aber doch nochmal vorgenommen und an Stelle der vorderen Schulterabnäher Keile aus dem Reststoff eingesetzt. Die haben bei genauem Hinsehen leider einen anderen Fadenlauf und wirken insgesamt etwas unmotiviert, ich wollte aber die schön gelungenen Ärmelöffnungen nicht wieder auftrennen. Und jedenfalls hat das Cape nun vorne genug Weite.
Und weil ich schonmal dabei war, und weil Ruth sagte, da gehöre ja nun wohl noch ein Hut dazu, habe ich aus dem Rest vom Rest noch einen genäht, nach bewährtem Schnitt.

p1120324-1.jpg

Und nun muss ich nur noch genug Gelassenheit entwickeln, Cape und Hut mit selbstverständlicher Haltung zu tragen und mir dabei nicht allzu nerdig vorzukommen.

Hier geht’s zum MeMadeMittwoch. Viel Spaß!