Weihnachtskleid Sew Along: Samt

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Diesen wunderschönsten aller Stoffe habe ich neulich bei Gädtke erstanden – ich konnte nicht anders. Das Foto wird ihm leider überhaupt nicht gerecht, die Farbe ist etwas zwischen Ultramarinblau und Veilchenfarben, dunkel, mit sehr viel Tiefe. Weil es kein Polyester, sondern eine Acetat-Baumwoll-Mischung ist, hat er einen edlen, aber unaufdringlichen Glanz, und, das Allerbeste, er ist leicht genug, um daraus etwas weich fallendes, Bequemes zu schneidern. Samt mit diesen Qualitäten zu finden ist gar nicht einfach – ist leider zur Zeit nicht so in Mode, war es aber in den Zwanzigern umso mehr. Ich musste ihn also eindeutig kaufen, und weil man Samt nicht längere Zeit gefaltet lagern soll, muss er nun schnell verarbeitet werden. Und so wurde aus meinem geplanten Sofa-Weihnachtskleid ein Gala-Weihnachtskleid.

 

Ein Probeteil habe ich schon entworfen und genäht, sehr schlicht, wie man sieht – nur ein Vorder- und ein Rückenteil mit Brust- bzw. Taillenabnähern. Das alte Laken hat sehr viel Stand, ich hoffe also, dass der Samt etwas weniger abstehen, dafür in weichen Falten fallen wird. Das Probekleid hat außerdem eine großzügige Saumzugabe, das wird am Ende noch etwas kürzer. Das superschlichte Design ist zum Einen meiner Risikoscheu geschuldet – Samt kann schwierig sein und verzeiht keine Fehler, ich erspare mir also allzu viele Nähte (obwohl es wundervolle Samtkleider aus den Zwanzigern mit schräg verlaufenden Designlinien gibt, mit denen ich heftig, aber nur sehr kurz geliebäugelt habe). Zum Anderen glaube ich aber auch, dass der Stoff gar nicht viel braucht, um spektakulär auszusehen. Ein bisschen passendes BlingBling werde ich noch versuchen zu finden, möglichst in variabler Form, also z.B. etwas Glitzeriges, das man, auf eine Haarspange montiert, auf die Schulternaht schieben könnte (wo es hoffentlich keinen allzu störenden Abdruck hinterließe). Dann könnte man dem Anlass entsprechend variieren.

Ja, das sind also meine hoffnungsvollen Pläne.
Ich freue mich total, dass es auch dieses Jahr wieder einen Weihnachtskleid Sew Along gibt, der gehört mittlerweile schon fest zum Auf-Weihnachten-zugehen dazu und würde mir sehr fehlen.
Vielen herzlichen Dank an die Organisatorinnen! Und hier seht Ihr, was dieses Jahr noch so unterm Baum getragen werden wird – ich bin gespannt!

Wie’s so läuft

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Dies ist leider eher ein Lebenszeichen als ein interessanter Blogpost – ich habe eine ganze Menge gemacht in letzter Zeit, aber nicht so recht etwas zu zeigen.
Einen Pyjama und zwei Nachthemden habe ich genäht und zwei Kauf-Unterkleider mit Spitze verziert – alles hübsch geworden und sehr befriedigend, aber nichts für die Öffentlichkeit.
Ein Rock aus feinem braunem Wollstoff wurde fertig, nicht aufregend aber ganz okay. Ich trage ihn regelmäßig, er erwies sich allerdings leider als unfotografierbar, auf Bildern mutiert er nämlich zu einem schlammfarbenen Sack.
Einen Rock aus blaugrauem Samt  hab ich auch noch genäht, und der macht mich etwas traurig – der Stoff ist wunderschön, aber wohl doch etwas zu schwer und steif, jedenfalls sitzt er nicht so richtig toll, fällt nicht gut und ist einfach nicht besonders angenehm zu tragen. Ich habe auch noch Stoff für eine Jacke dazu … mal sehen.
Und dann habe ich mich über mehrere Wochen immer mal wieder mit diesem Schnitt beschäftigt:

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Ich hatte noch Reste von einem Baumwolltwill, daraus sollte so etwas wie ein tragbares Probemodell für eine Winterjacke werden. Aber mal wieder haperte es mit dem Ärmel. Mir ist schon klar, dass damals andere Vorstellungen davon herrschten, wie bequem Kleidung sein muss. Trotzdem, ich weiß nicht, ob die alten Schnitte wirklich derart enge Ärmel haben, oder ob bei mir Ärmeldramen mittlerweile einfach voreingestellt sind. Jedenfalls, mein Baumwollstoff war nach mehreren Anläufen aufgebraucht und ich habe das Ganze sehr erleichtert in die Tonne geschmissen.
Nun werde ich einen neuen Versuch mit einem anderen Ärmelschnitt machen und wohl das Futter für die Winterjacke als Probeteil nutzen. Habe ich mir fest für’s nächste Nähtreffen vorgenommen.

Was mir aber ganz uneingeschränkt und wunderbar große Freude macht ist, dass ich wieder mit dem Klöppeln angefangen habe. Ich habe mich endlich durchgerungen, mir einen Fernkurs bei Martina Wolter-Kampmann zu gönnen, und es erfreut mich wirklich sehr. Etwas zu lernen ist sowieso gut, und schon sehr angenehm, dabei nicht immer alles selber herausfinden zu müssen. Ich hoffe außerdem, so meinem Ziel näher zu kommen, Spitzen zu klöppeln, die ich auch in meiner Näherei verwenden kann – reine Deko herzustellen (und in der Wohnung zu haben) ist echt nicht mein Ding.

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(Und falls Klöpplerinnen dies lesen: Ja, ich habe bemerkt, dass die Ganzschlagreihe beidseits des Netzschlages nicht an der gleichen Stelle ist. Hab schon abgenadelt und nochmal angefangen …)

Ich wünsche allen einen wunderbaren Herbst!  Frau Buttonbox

Summer Stitchalong – Finale

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Es ist tatsächlich dabei geblieben – das Nachthemd hat keine weitere Stickerei bekommen. Ein bisschen schade finde ich das schon, aber abgesehen davon, dass  meine zimperlichen Handgelenke nicht mehr wollten, fehlte mir auch die wirklich zündende Idee für ein Geranke zwischen den Kästchen. Vielleicht kommt das noch, mal sehen.

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Insgesamt gefällt mir mein neues Nachthemd aber wirklich sehr! Nun ist es leider schon etwas zu kalt dafür geworden, aber in den letzten warmen Nächten trug es sich toll, und ich fühle mich sehr hübsch und gut angezogen damit. Irgendjemand sagte mal, man solle sich zum Schlafen immer so kleiden, dass es völlig angemessen wäre, am Morgen ein Glas Sekt im Bett serviert zu bekommen. Das finde ich auch, und weil ich gerade dabei war, habe ich noch ein weiteres Nachthemd genäht (allerdings nur mit Spitze verziert, ohne viel aufwändige Handarbeit), und ein weiteres sowie einen Pyjama in Planung. Der Sommer ist ja nun wohl passé, an Sachen für den Herbst mag ich mich aber auch noch nicht machen, da passt also ein kleiner Nachtwäsche-Lauf.

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Heute ist Me Made Mittwoch, da aber Tragefotos von Wäsche an mir nix im Internet zu suchen haben, bin ich leider nicht dabei.
Aber in das Finale des Summer Stitchalongs reihe ich mich gerne ein! Vielen Dank für die Organisation, das hat Spaß gemacht!
Und auch bei handgestickt verlinke ich nun endlich mal einen Post.

 

Summer Stitchalong – Zwischenstand

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Allmählich nimmt die Sache Formen an.
Das Schwierige am Sticken über Stramin ist, dass man erst am Ende sieht, wie das Ganze wirklich wirkt – allerdings hätte man, da ich mich für ein Lochmuster entschieden hatte, später sowieso nicht mehr viel ändern können. Jedenfalls, das geometrische Muster um den Ausschnitt ist fertig, und ich finde es hübsch, wenn auch etwas massiv geraten. In meiner Vorstellung war es zarter.

Nun fehlt noch das Geranke, und dafür könnte ich mir nun doch noch eine weitere Farbe vorstellen, zum Beispiel eine von diesen hier:

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Da meine Handgelenke aber vom Sticken nicht begeistert sind, kann es auch sein, dass es einfach beim jetzigen Stand bleibt. Ich nähe jetzt erstmal das Nachthemd zusammen, dann sehe ich weiter.

Was die anderen Stickerinnen umtreibt, erfahrt Ihr hier. Und Anfang September kommt dann das Finale.

Bauhausmädels

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… lautet der Titel eines Buches, das ich von Herrn Buttonbox zum Geburtstag bekam (von Patrick Rössler, Taschen Verlag). In diesem Jubiläumsjahr begegnet einem ja das Bauhaus an jeder Ecke, was ich großartig finde, denn es interessiert und beschäftigt mich schon lange – Design von Alltagsgegenständen, Neues Bauen, die Erfindung der Einbauküche, und was das alles mit Bildern vom Menschen und von der Gesellschaft zu tun hat.  Aber natürlich auch das Lebensgefühl, das man aus heutiger Sicht mit dem Bauhaus verbindet, mit seiner Freiheitlichkeit (die keineswegs eine Gleichberechtigung bedeutete), der Aufbruchstimmung, mit den grandiosen Festen  – sehr spannend alles!
Ein höchst erfreulicher Nebeneffekt dieser momentanen Bücher- und Bilderschwemme ist, dass man viele viele Fotos von Frauen in Alltagskleidung aus den Zwanzigern zu sehen bekommt. Und das oben erwähnte Buch war auch in dieser Hinsicht eine wahre Goldgrube.

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Was schnell auffällt: Die Kleider sind sehr schlicht verglichen mit dem, was man sonst oft zu sehen bekommt. Dass eher Fest- als Alltagskleidung die Jahrzehnte überlebt hat und nun noch im Original zu besichtigen ist, ist natürlich nicht überraschend. Oft heißt es aber zum Beispiel, Versandkataloge aus der Zeit würden die Kleidung einfacher Leute authentisch wiederspiegeln, und von deren Verspieltheit, aufwändiger Schnittführung und vor allem der Auswahl der verwendeten Stoffe ist das, was auf den Fotos vom Bauhaus zu sehen ist, ganz überwiegend weit entfernt. Nun kann man davon ausgehen, dass die Frauen dort zum Einen ziemlich fortschrittlich gesonnen, zum Anderen größtenteils bitterarm waren. Über dem Charme, den die Goldenen Zwanziger versprühen, vergisst man leicht, dass die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland vor allem eine größter Armut war. Viele damalige Bauhäusler beschreiben, wie sie in den ersten Jahren auf Parkbänken übernachtet und gehungert haben. Geld für teure Kleidung auszugeben, war also sicher nicht an der Tagesordnung.

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Mir persönlich gefällt dieser schlichte Stil sehr gut, ich fühle mich glücklicherweise bestätigt in dem, was ich, den Zwanzigern möglichst authentisch nachempfunden, nähe. Was mir besonders gefällt: Mit welch lässiger Eleganz in der Öffentlichkeit Hosen getragen wurden (und das schon Ende der Zwanziger, wenn man der Datierung der Bilder glauben darf – sehr früh!). Und die vielen Blusen und Kleider mit Hemd- oder Stehkragen, oft ärmellos, am Hals mit Knopf oder Band geschlossen oder offen getragen.

Eine Hose aus Viskosecrepe hab ich mir also genäht (und auch auf der Straße getragen, jaha!), und zwei Blusen, von denen ich eine heute zeigen will:

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Den Stoff habe ich von Ruth geschenkt bekommen (ich bin ja weiterhin mit dem Vernähen meiner Stoffvorräte beschäftigt), der Schnitt ist selbstgebastelt. Ach so, und der Hut ist auch neu, und weil er mir so gut gefällt, sollte er auch mit auf’s Bild.

Jede Menge gut gekleidete Frauen gibt es auch hier beim MeMadeMittwoch zu sehen – wahrscheinlich mit etwas weniger Nerdcontent.
Viel Spaß!

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[Die Schwarz-Weiß-Fotografien in diesem Post entstammen alle dem o.g. Buch von Patrick Rössler. Käthe Schmidt, Foto von Hajo Rose; Elsa Thiemann, Selbstportrait; Martha Erps und Ruth Hollos, Foto von Erich Consemüller]

Summer Stitchalong – Pläne

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Voller Freude hörte ich im letzten Frickelcast die Ankündigung für den Summer Stitchalong, gehostet von Petersilie & Co! Hatte ich mich doch schon allseits beklagt, dass meine Handgelenke Stricken, Häkeln oder Klöppeln immer noch nicht wieder für eine gute Idee halten, so dass mir ein Urlaub ganz ohne Handarbeiten bevorstand. Mal wieder etwas Größeres von Hand zu nähen wäre zwar auch eine Option, lockt mich aber gerade nicht wirklich. So kam also die Idee wie gerufen, etwas zu sticken, das müsste gesundheitlich eigentlich gehen. Und es war auch recht schnell klar, was es werden soll.

Schon länger liegt hier eine ganz leichte Baumwolle, von Ruth geerbt und dunkelblau, die ein Nachthemd werden soll, und jetzt weiß ich auch, warum ich mich bisher irgendwie nicht um die Spitze zur Verzierung gekümmert habe, denn ganz offensichtlich soll es ein Nachthemd mit Stickerei werden. Das passt eigentlich zur Baumwolle sowieso viel besser.

Als Inspiration dient mir die obige Abbildung (aus 1920s Fashion Design von Pepin Press). Abgebildet ist hier ein Set aus Hemdhose, Nachthemd, Unterkleid und, nehme ich an, Unterhose. Ich mag den eckigen Ausschnitt und die Mischung zwischen geometrischer Umrandung und floralen Elementen. Die geraden Strecken könnten ganz gut eingezogene Bändchen sein (zumal man sie am Ausschnitt hinten auch von innen sieht), aber ich möchte ja sticken.

 

Mal wieder habe ich über mehrfarbige Stickerei nachgedacht und mal wieder werde ich doch einfarbig sticken – da bleib ich schön in meiner Komfortzone, ja, aber irgendwie finde ich es eleganter, und allzu bunt ist einfach nicht mein Ding. Bin allerdings noch unentschlossen, ob es Dunkel- oder Hellblau werden soll (und hab mich mal wieder über das schlechte Licht bei K**stadt geärgert, das bei mir schon zu mehr als einem Garn-Fehlkauf geführt hat, so auch diesmal). Ich werde ein bisschen zur Probe sticken und dann entscheiden.

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Was den Schnitt angeht, so ist das wohl ein schlichtes T (muss nur aufpassen, dass weder es mir zu schmal gerät, noch der Saum an den Seiten herunterzipfelt), und für die Stickerei am Halsausschnitt werde ich erstmal nur Vorder- und Rückenbahn zusammennähen, ohne weiter zuzuschneiden. Es wird sowieso immer recht viel Stoff sein, mit dem ich da hantiere, und ich möchte nicht, dass irgendetwas ausleiert oder sich verzieht. Ich plane, erstmal die geraden Linien auf Stramin zu sticken, und mir anschließend das Geranke auszudenken. Die Technik, Stramin auf den eigentlichen Stoff zu heften und dann aus der fertiggstellten Stickerei Faden für Faden herauszuziehen, habe ich als Mädchen gelernt, aber komischerweise noch in keinem Stickbuch gefunden – dabei ist das so praktisch! Jedenfalls habe ich vor, apropos Technik, mir endlich mal ein paar neue Stickstiche anzueignen, und darauf bin ich sehr gespannt!

Ich freu mich sehr! Vielen Dank für die schöne Idee an die Damen von Petersilie & Co.!

Und hier geht’s zu den anderen Stickerinnen.

Rot!

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Als es vor eine paar Wochen plötzlich so schön warm wurde, bekam ich Sehnsucht nach mehr Kleidern – morgens einfach ein einziges Kleidungsstück überzuwerfen, ist eine meiner großen Sommerfreuden. Und eine Sommerfreude ist es auch wirklich geworden, denn es gefällt mir sehr:

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(Es war beim Fotografieren ziemlich windig, und auch auf der Puppe war das Kleid leider bemerkenswert schlecht zu fotografieren.)

Weil ich ja momentan fast nur aus dem Bestand nähe, fiel die Wahl auf eine mittelschwere Baumwolle, die auf der einen Seite so eine Art Atlasbindung hat, also etwas glänzt. Sie ist außerdem, wie man sieht, richtig rot, was ich sehr schön finde, mich aber trotzdem bisher davon abgehalten hat, sie zu vernähen. Ist schon etwas ungewohnt.

Weil es außerdem schnell gehen sollte, habe ich mich für den T-förmigen Basisschnitt entschieden, nach dem ich schon diverse Kleider genäht habe (zum Beispiel hier), obwohl mich der weite, formlose Rücken daran schon seit Längerem etwas stört – und mich auch diesmal wieder geärgert hat.

Erstmal ging es aber ganz gut voran, die Idee mit den weißen Stepplinien am Ausschnitt ließ sich einigermaßen ordentlich umsetzen und erfüllt auch ihren Zweck, das viele Rot ein bisschen zu beleben. Die Kombination rot-weiß hat außerdem immer so ein bisschen was Maritimes, was ich sehr mag. Den ersten längeren Hänger gab es dann bei den Falten. Die sollten diesmal nämlich eigentlich vorne seitlich liegen, aber nach Herumprobieren mit allen möglichen Varianten in Richtung und Lage sind sie am Ende doch wieder über den Hüften gelandet, das passt einfach am Besten zu meiner Figur. Dass die vordere Bahn nun beidseitig schon eingeschnitten war, war nicht so schlimm, denn diese Riegel waren sowieso eingeplant. Allerdings hätte der Winkel mehr Sinn gemacht, wäre direkt unterhalb die erste Falte aufgesprungen, wie ich mir das ursprünglich gedacht hatte.

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Die Rundung am Ausschnitt nochmal in Klein bei den Riegeln gut hinzukriegen, traute ich mir eigentlich nicht zu. Da halfen glücklicherweise Ermutigung und gute Ratschläge von Frau Kapeanlumi und Frau Tinesews: Ich habe die Kanten mit Heftgarn eingereiht und zusammengezogen und das Ganze über einer Pappschablone gebügelt. Leider sind sie beim Annähen wieder etwas aus der Form geraten, aber prinzipiell hat es gut funktioniert. Nicht so gut funktioniert hat das Freihand-Steppen mit der Maschine. Nachdem ich zig einzelne Stellen wieder aufgetrennt und neu gemacht habe, mit mäßig schönem Ergebnis, habe ich die Riegel dann doch nochmal neu zugeschnitten und gesteppt, diesmal mit Vorzeichnen, was – Überraschung! – viel besser ging. Ich habe außerdem beim zweiten Anlauf nicht die Kanten direkt umgelegt und mit festgesteppt, sondern erst nach dem Steppen umgebügelt, so konnte man die Ecken viel besser unterschlagen.

Und der dritte große Haken war dann, wie zu erwarten, der Rücken. Wenn man das ganze Kleid nicht so weit macht, dass es quasi berührungslos um einen herumhängt, staucht es sich am Rücken über dem Po, besonders bei etwas festerem Stoff (und wenn man, anders als meine Schneiderpuppe, überhaupt einen Po hat). Ich habe Verschiedenes ausprobiert – stärkere Rundung der Seitennähte, die klassischen zwei Rückenabnäher, zweimal zwei kleine halbe Abnäher, die nach oben aufspringen (das hätte bei leichterem Stoff, glaube ich, ganz gut funktionieren können), schließlich zwei senkrechte Abnäher ziemlich nah an an den Seitennähten.

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Sowas habe ich noch nirgends gesehen, aber es nimmt zumindest ein bisschen Weite aus dem Rücken. So wird es nun also bleiben. Und nächstes Mal versuche ich dann wirklich mal einen anderen Schnitt. Glaub ich.

Heute ist MeMadeMittwoch! Den findet Ihr hier.