Letzte Sommerbluse

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Bevor es auf einmal ganz schön herbstlich wurde hier im Norden, hatte ich mir noch eine Sommerbluse genäht – ohne viel Aufwand, aber ich mag sie sehr, und außerdem stellt sie das glückliche Ende einer längeren Stoff-Geschichte dar:

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Eine ganz leichte Baumwolle ist das, und ursprünglich hatte ich sie in einem Kleid vernäht, das mir dann aber doch zu romantisch war, fast nie getragen wurde, und mir irgendwann leider auch nicht mehr passte.

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Um die Stickerei fand ich es wirklich schade, die habe ich aufgehoben, aber der Rockteil sollte etwas anderes werden. Mein Plan war, aus dem rosa und braunen Stoff das zweifarbige Kleid aus “Making vintage 1920s clothes for women” zu nähen.

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Aber irgendwie funktionierte der Schnitt überhaupt nicht bei mir, das Oberteil saß sehr merkwürdig, und die Ansatznaht des Rockes auf Hüfthühe finde ich vor allem in der Rückansicht immer schwierig. Auch der Versuch, das fertige Oberteil zur Bluse umzufunktionieren war nicht erfolgreich. Am Ende war es sehr befreiend, den ganzen missglückten Kram einfach wegzuwerfen und aus dem Rest diese unaufgeregte kleine Bluse zu nähen – die total angenehm zu tragen und superschnell gebügelt ist, und die außerdem noch laut “Zwanziger!” schreit.

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Happy End!

Mehr schicke Sachen findet Ihr beim MeMadeMittwoch!

Schnell im August

Heute nur ein schneller kleiner Beitrag, auch für Detailfotos hat es leider nicht gereicht.
Ich hatte mir aber vorgenommen, hier wieder einmal im Monat zum MeMadeMittwoch etwas zu zeigen, also hier ein sommerliches Standardoutfit für Stadt und Büro:

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Die Bluse hatte ich hier schon mal ausführlicher vorgestellt.
Der Rock ist recht neu, nach meinem Grundschnitt genäht, ebenfalls aus Viskosecrepe, und schon oft getragen.

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Vielen Dank an Sarah für die Fotos!

Habt alle einen schönen Sommer, und guckt Euch an, was es heute beim MeMadeMittwoch zu sehen gibt!

Die 30er sind zurück

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Ich finde, Kleider machen Feste.
Als uns vor Wochen mal der Corona-Blues überkam, haben mein Mann und ich am fein gedeckten Tisch und in Abendgarderobe mit Champagner und einer Pizza vom Lieferservice einen wunderbaren und sehr nicht-alltäglichen Abend verbracht.
Und als sich kurz darauf zeigte, dass wir die Konfirmation meiner großen Tochter nur in kleinster Besetzung würden feiern können, wurde mir schnell klar: Dann braucht es auf jeden Fall eine festliche Klamotte.

Weil ich schon länger mal wieder Lust auf eine 30er Jahre-Silhouette und außerdem einen Viskosejersey in der Kommode hatte, der mir farblich eigentlich etwas zu knallig ist, jedenfalls für alltags, habe ich das zum Anlass genommen, und dieses (zweiteilige) Kleid genäht:

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Der Rock basiert auf diesem Schnittmuster:

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Das Oberteil ist selbst konstruiert und denkbar simpel geschnitten, wie man hier sieht.

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Nur mit der Passe am Bund habe ich etwas rumexperimentiert, und leider schließt sie links an der Öffnung immer noch nicht glatt in der Rundung ab. Macht aber nix. Der Kragen hat schon mehrere Leben an verschiedenen Blusen hinter sich und kommt hier netterweise nochmal zu Ehren. Im Original stammte er von einer Secondhand-Bluse von Laura Ashley.

Das Ganze geht glatt für 30er Jahre durch, man hätte es damals aber typischerweise wohl eher als einteiliges Kleid genäht. Ich kenne aus den 30ern nur Abbildungen von Strickensembles in dieser Art, keine Kleider aus Webstoffen. Gerade bei schwerer fallenden Stoffen finde ich eine Verteilung des Gewichts auf Schultern und Hüften aber ganz angenehm (ich hatte da kürzlich ein unschönes Erlebnis mit einem Zadie-Jumpsuit).

Wie man sieht, habe ich für das Blogfoto sogar nach Jahren mal wieder eine Nacht auf Lockenwicklern geschlafen, wie es sich für die Trägerin eines 30er Jahre-Outfits gehört. War vom Aufwand her ganz okay, aber mein Anblick mit den Locken ist mittlerweile doch ganz schön ungewohnt.

Jedenfalls, ich mag das Kleid und werde es sicher immer mal sonntags oder zu anderen schönen Anlässen tragen. Und die Konfirmation war auch in kleiner Runde ein echtes Fest!

Heute ist MeMadeMittwoch, und hier sind alle anderen Damen zu sehen!

Zwei Blusen und ein Kostüm

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Mir fehlen meine Nähfreundinnen. Sehr! Neben allem anderen auch zum Bilder machen, und so gibt es dieses Mal leider nur etwas düstere Drinnen-Fotos. Dafür von einem heißgeliebten Ensemble:

 

Der Rock ist schon älter und ursprünglich Teil dieses Kostüms aus weichem Kaschmir-Seide-Jersey, von dem ich vor einiger Zeit mal diverse Meter gekauft hatte. Damals hatte ich leicht an meinem Verstand gezweifelt, aber jetzt freue ich mich sehr, denn so hatte ich nach einem Kleid und eben dem Kostüm noch genug Stoff für eine weitere Jacke. So richtig warm wurde ich mit dem strengen Schnitt der Jacke dann nämlich doch nicht, dazu hat sie ein paar Passform-Macken und ein paar Couture-Sünden, die mich jedes mal geärgert haben. Und so habe ich nun eine etwas lässigere Jacke dazu genäht, basierend auf McCalls 6996. Der Schnitt hat sich für mich sehr bewährt und wird in dieser abgewandelten Form mein neuer Basis-Schnitt für Strickstoff-Jacken mit Schalkragen werden.

Und dann habe ich noch eine wunderbare Entdeckung gemacht: Viskosecrepe für Blusen. Absolut authentisch für die 20er UND bügelfrei!!

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Dieser cremefarbene Crepe liegt schon seit Jahren in der Kommodenschublade und sollte eigentlich ein Kleid werden – wenn ich keine Kinder mit dreckigen Händen und Eisschnute mehr habe. Aber kürzlich wurde mir klar, dass ich auch dann wahrscheinlich niemals entspannt ein weißes Kleid tragen würde, so schön und sommerlich ich das auch finde. Und so sind stattdessen drei Blusen daraus entstanden, plus zwei weitere aus dunkelblauem Crepe, den ich auch noch hatte.

Alle nach meinem Basisschnitt und zwei davon mit ein bisschen Stickerei:

Erst als sie nebeneinander am Schrank hingen, wurde mir klar, dass die beiden ganz gruselig gegendered sind: eine mit breiten Schultern und schmaler Hüfte, mit blauer Krawatte, die andere oben schmal, dafür weit an den Hüften und mit rotem Schleifchen. Puh!
Ich mag sie trotzdem beide sehr. Und da ich momentan bei der Arbeit sowieso selten jemanden sehe, trage ich das Ganze tagein, tagaus. Genau richtig für den Frühling.

Hier geht es zum MeMadeMittwoch und hoffentlich wieder ganz vielen gut gekleideten Damen! Und hier zu Handgestickt von Made with Blümchen.

 

Zehn Jahre, zehn Kleider – 1920: Inspiration

Hier hatte ich ja von meinem Plan berichtet, in jedem Jahr der 2020er ein Kleidungsstück aus dem entsprechenden Jahr der 1920er zu nähen. Und heute gibt es nun eine kleine Bildersammlung für (Damen-)Kleidung aus dem Jahr 1920.
Momentan sind die Bibliotheken großteils noch geschlossen und Bildrecherche im Internet macht mir wirklich keine Freude, darum bin ich auf meine eigene kleine Sammlung angewiesen – die einiges zu bieten hat, aber tatsächlich fast durchgehend beginnend mit dem Jahr 1921. Tja.
So kommen die folgenden Bilder allesamt aus dem “Fashion Sourcebook 1920s” (Ed. by Charlotte Fiell & Emmanuelle Dix, Fiell Publ., 2011). Viel Spaß!

Wenn man in dieser Challenge noch einmal in viel Stoff schwelgen möchte, dann sollte man das vielleicht in diesem Jahr tun. Zum Beispiel mit einem dieser Kleider:
Ist sie nicht elegant und sommerlich mit ihrem zarten Kleid und Schirm und Hut?

Kleid für die Rennstrecke
Kleid von Beer, Illustration von Pierre Brissaud. Gazette du Bon Ton, 1920

Schon lange mag ich auch dieses grüne Kleid. Sicher trägt es sich wunderbar mit der variablen Taille und dem weiten Rock.

grünes Kleid mit Schleife
La Mode, 1920

Die romantischen Kleider von (oder im Stil von) Jeanne Lanvin waren in den Zwanzigern eine populäre Alternative zur typischen schmalen Silhouette. Ich finde, das dunkle Modell hat fast etwas vom New Look aus den Fünfzigern.

Kleider Lanvin
Kleider von Jeanne Lanvin, Illustrationen von Pierre Brissaud. Gazette du Bon Ton, 1920

Und hier kommen ein paar Blusen.
Hochgeschlossenene Krägen wie bei dieser roten Bluse sieht man recht häufig auf Abbildungen. Viele russische EmigrantInnen kamen nach der Revolution nach Paris und waren dann oft in der Bekleidungsindustrie tätig. Die Folge waren nicht nur weitere Massen an unfassbar schlecht bezahlten Näherinnen und Stickerinnen, sonder auch ein recht langlebiger Modetrend.

Bluse rot hochgeschlossen
La Mode, 1920

Die folgenden Blusen sind deutlich luftiger. Man sieht ganz schön die tiefsitzende Brust, die als Schönheitsideal aus den 1910ern kam. Das und die oft stark betonten Hüften machen mir die Mode um 1920 sehr sympathisch. Später in den Zwanzigern übernahm dann der Jugendkult das Ruder, da war es mit soviel Natürlichkeit für den allergrößten Teil der erwachsenen Frauen vorbei, und damit schlagen wir uns ja bis heute herum.

Kleid lila mit 4 Blusen
Paris Élégant, 1920

Hier noch ein bisschen was für draußen …

Ensemble Winter
Ensemble von Worth, Illustration von André Edouard Marty. Gazette du Bon Ton, 1920

 

drei Kleider, Kostüme
Les Dernières Modes de Paris, 1920

… und für drinnen. Der braune Morgenmantel mit Pelzbesatz hat schon was, oder? Ist aber wohl eher nicht für Leute geeignet, die sich ihr Frühstück selber machen müssen.

Morgenmäntel
Paris-Blouses, 1920

Und zu guter Letzt ein paar Abendkleider:

Abendkleider
Le Femme Chic, ca. 1920

 

Abendkleid Harlekin
Kleid von Doeuillet, Illustration von André Edouard Marty. Gazette du Bon Ton, 1920

Na, hat jemand Lust bekommen? Wie gesagt, ich würde mich außerordentlich freuen über etwas Gesellschaft in dieser kleinen Nähblogger-Nische meines Herzens! Selbst ich finde allerdings die Mode der frühen Zwanziger nicht sehr alltagstauglich – in den nächsten Jahren wird das besser!
Als weitere Inspirationsquelle verweise ich wie immer auf den wundervollen Blog von witness2fashion – meine fashion history-Heldin, sie weiß, glaube ich, alles über die Zwanziger. Oder kann es jedenfalls herausfinden. Wenn man dort “1920” in die Suche eingibt, findet man jede Menge Schätze.

So weit, so gut. Jetzt gucke ich mal, was mir in diesem Jahr noch so an Bildern und an Stoffen über den Weg laufen wird. Welche Lücken sich unverhofft in meiner Garderobe auftun. Und wie überhaupt alles so weitergeht – ich wollte eigentlich etwas für den Strandurlaub nähen, aber vielleicht ist loungewear auch auf längere Sicht das Gebot der Stunde?

Liebe Grüße, und haltet die Ohren steif!

Zehn Jahre, zehn Kleider

Die 2020er!
Hundert Jahre ist die Mode schon alt, die ich nähe und trage und hier im Blog vorstelle. Erstaunlich!
Vor allem aber: Was für eine Steilvorlage!!

[1920 / 1921 / 1922  –  Quellenangaben s. unten]

Ich habe mir darum eine kleine Aufgabe gestellt: In jedem Jahr dieses Jahrzehnts werde ich ein Stück nähen, dessen Design genau hundert Jahre alt ist. Keine Eins-zu-eins-Reproduktion, aber so, dass sich beispielweise jemand aus dem Jahr 1923 nicht wundern würde über das, was ich im Jahr 2023 zu nähen und tragen gedenke.
Weiß ich, ob ich im Jahr 2029 immer noch Lust auf diese Sachen haben werde? Nö. Aber die Chancen stehen recht gut. Ob ich noch einen Blog haben werde? Keine Ahnung. Aber diese Challenge wäre auf jeden Fall ein guter Grund dafür!

[1923 / 1924 / 1925  –  Quellenangaben s.unten]

Die größte Herausforderung sehe ich eigentlich darin, dass sich die Mode im Verlauf der 1920er ja stark verändert hat, wie in der kleinen (nicht repräsentativen) Bildauswahl in diesem Post zu sehen ist. Und gerade aus den frühen Jahren würde vieles, heute getragen, schon sehr seltsam wirken. Nun ja, man soll ja immer mal die Komfortzone verlassen, und zur Not bleiben immer noch Morgenmäntel, Nachtwäsche und dergleichen, in denen mich sowieso nur sehr wenige Menschen zu Gesicht bekommen. Aber für 1920 wird es, glaube ich, ein Kleid, ich hab da schon Ideen …

[1926 / 1927 / 1928 – Quellenangaben s. unten]

Ob es für einen echten Sew Along genug Nerds da draußen gibt, weiß ich nicht, und ich bin ja auch nicht in sozialen Netzwerken aktiv, wo man so etwas bewerben könnte.
Trotzdem fände ich es wundervoll, das alles nicht alleine zu machen!
Vielleicht hat ja jemand Lust, sich zu beteiligen?!
Ich habe vor, für jedes Jahr einen Beitrag mit Bildern zur Inspiration zu posten, und natürlich, was ich dann daraus mache. Über jeden Beitrag oder Link in meinen Kommentaren würde ich mich wirklich freuen!

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[1929]

Also, auf in die Goldenen Zwanziger Jahre!

 

Quellen für die Bilder:
Fiell: Fashion sourcebook 1920s [1920, 1922, 1923, 1926]
1920s fashion from B. Altman & Company [1921, 1924, 1925, 1927, 1928]
Ward: Fashionable clothing from the Sears catalogs, Early 1930s [1929]

Winter Ade

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Es ist März! Und mir ist schon sehr nach Frühling zumute (auch wenn das hier im Norden sicher noch ein bisschen dauern wird). Mein letztes winterliches Machwerk möchte ich aber trotzdem noch zeigen.
Nachdem ich den Pullover aus dem letzten Post in den vergangenen Wochen rauf und runter getragen habe, habe ich mir noch einen zweiten genäht, passend zum Rock aus diesem Kostüm. Der Stoff ist wieder Merinostrick von Anita Pavani, Schnitt und Stickerei von mir selber ausgedacht. Durch die etwas weiteren Ärmel ist er nicht ganz so warm wie der dunkelblaue, aber genau so gemütlich.

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Leider habe ich noch immer keine Abbildung von so einem Ensemble aus den Zwanziger Jahren gefunden. Die einzelnen Elemente stimmen, würde ich sagen, aber wie authentisch so ein zweiteiliges Kleid aus dickerem Strickstoff ist, weiß ich nicht. Immerhin, ich habe mehrere Abbildung aus den frühen Dreißigern gesehen, zum Beispiel diese hier von 1933 (aus “Blum: Everyday fashions of the thirties as pictured in Sears catalogs”, und schon in der typischen 30er-Jahre-Silhouette, inklusive absurd verzerrter Körperproportionen):

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Ich wünsche allen einen schönen Start in den Frühling, und sicher gibt es heute jede Menge dazu passende Kleidung beim MeMadeMittwoch zu sehen!

Zeit für Pullover

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Ich habe in letzter Zeit etwas mit meiner Wintergarderobe für die Arbeit gehadert. Die Standardkombi Rock-Bluse-Strickjacke gerät ja leicht ein bisschen bieder oder ist zumindest nicht besonders aufregend.
Am liebsten trage ich momentan meine beiden Pullover – von denen einer allerdings zum Weihnachtskleid 2018 gehört und eigentlich dem Sonntag vorbehalten ist. Das Ensemble mag ich immer noch sehr, und es für den Alltag zu verbraten, fände ich schade. Der andere ist aus Viskose und mir für den Winter eigentlich zu dünn.

Ein weiterer Pullover sollte also her, und so sieht er nun aus:

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Der mittelblaue Merinostrick kommt von Anita Pavani-Stoffe, das Dunkelblau sind Reste vom Weihnachtskleid (vom Roten Faden, wenn ich mich recht entsinne). So passt der Pulli genau zum Rock – aber eigentlich auch zu allen meinen anderen Röcken. Er ist warm und kuschelig (sehr tröstlich bei Erkältung), ich finde ihn nicht alltäglich (wenn auch für meine Verhältnisse geradezu sportlich), und besonders mit dem dazu passenden Rock fühle ich mich sehr gut angezogen.
Dem Rock sieht man das häufige Tragen leider von hinten schon ein bisschen an, aber diesen Winter hält er noch durch, und dann ich kann mir ja einen neuen nähen – entweder wieder in dem dunklen oder in dem mittleren Blau, und das Ensemble geht in die nächste Runde.

Weil das jetzt ein überschaubares Projekt war, habe ich übrigens mal die Stunden gezählt, die ich für sowas brauche. Ich staune ja immer darüber, wie schnell offensichtlich viele Leute nähen können. Für diesen Pulli, an dem nun wirklich nicht viel dran ist, habe ich ungefähr zwölf Stunden reine Nähzeit gebraucht. Schnell bin ich also definitiv nicht. Sei’s drum!

Andere hoffentlich genauso zufriedene Näherinnen, wie ich es bin, versammeln sich heute heute hier beim MeMadeMittwoch.

Weihnachtskleid Sew Along: Besser spät als nie

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Wie gut, dass es für dieses Kleid eine Deadline gab!
Tatsächlich war es auch am 23.12. mittags fertig, aber dann wollte ich mich lieber mit Weihnachten beschäftigen als mit Fotos und sowieso war das Geglitzer irgendwie noch nicht richtig und überhaupt will ich es ja erst an Silvester tragen. Naja, und außerdem bin ich insgesamt nicht wirklich zufrieden damit, und ohne den Finaltermin hätte ich wahrscheinlich zähneknirschend noch diverse Stunden mit dem welligen Saum, der knubbeligen Einfassung der Armlöcher, dem unsauberen Innenleben verbracht. So aber habe ich es für ein paar Tage auf den Bügel gehängt, nach Weihnachten ein passendes Blingbling besorgt und heute beim Fotografieren festgestellt, dass es doch insgesamt ein sehr schönes Kleid geworden ist.

Zu meiner eigenen Beruhigung: Der Stoff hatte es nähtechnisch wirklich in sich. Und auf den Bildern wie wohl auch im wirklich Leben sieht man die Macken sowieso nicht. Ich erspare darum mir und Euch einen Bericht über alle Etappen und Umwege und zeige lieber nur die Bilder vom fertigen Kleid (wegen winterlicher Temperaturen diesmal leider nicht draußen aufgenommen).

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Vielleicht bastele ich nochmal ein etwas wilderes Geglitzer, das ist jetzt doch recht dezent geraten (passt so aber gut zu einer meiner Haarspangen). Ich habe es nur an beiden Enden angenäht, damit man es für die Reinigung wieder abnehmen kann, aber es muss wohl doch etwas besser fixiert werden. Und Bändchen für die Unterwäscheträger muss ich noch einnähen. Und dann freue ich mich darauf, das Kleid zum Jahreswechsel (und sicher auch in den kommenden Jahren immer wieder gerne) zu tragen!
Viele Weihnachtsoutfits aller Art gibt es hier zu sehen – tausend Dank noch einmal an die Organisatorinnen!
Und kommt alle gut ins neue Jahr!

 

 

Weihnachtskleid Sew Along: Zwischenstand

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Ich ärgere mich schwarz. Rabenschwarz, seit nunmehr drei Tagen am Stück.

Um trotzdem mit etwas Positiven zu beginnen: Der Stoff passt super zum Schnitt, er fällt so wunderbar wie gehofft und sieht sehr edel aus. Das Kleid sitzt auch im Großen und Ganzen gut, wenn es auch merkwürdigerweise an der Brust zuerst etwas eng war – das Probekleid hatte genau richtig gesessen. Ich konnte noch ein bisschen was aus den Seitennähten herausholen, wenn auch die Nahtzugabe dort jetzt wirklich sehr knapp ist und man die aufgetrennte Naht gut sehen kann. Aber naja, wer guckt mir schon unter die Achseln.
Ich habe nach einigen Versuchen an Stoffresten davon Abstand genommen, Armlöcher und Ausschnitt mit Schrägband zu versäubern, und werde stattdessen einen durchgehenden Beleg aus Futterstoff für alle drei machen. Gerade an einem so schlichten Kleid wäre ein vermurkster V-Ausschnitt schon doof. Aber den Saum habe ich schon mit Schrägband bestückt. Er ist ein kleines bisschen wellig geworden, aber auch das fällt wahrscheinlich niemandem auf.

Auffallen wird nämlich vor allem, dass ich, offenbar in geistiger Umnachtung, zwar brav auf einem Gegenstück aus Samt gebügelt habe, das aber mit reichlich Druck. Das hat wenig überraschend den Flor geplättet, und man sieht an allen Nähten deutlich die Abdrücke des Bügeleisens – bei künstlichem Licht nicht so sehr, bei Tageslicht aber schon. Besonders auffällig die waagerechten Streifen quer über der Brust, vom Bügeln der Brustabnäher. Alle Rettungsversuche mit Dämpfen und Aufbürsten haben nichts genützt, und es ist auch nicht hilfreich, dass man zur Zeit so wenig Tageslicht hat, um sich mal in Ruhe damit auseinanderzusetzen.

Ich sehe momentan eigentlich zwei Optionen: Das ganze Kleid plattbügeln, was ein Jammer wäre, die besondere Schönheit des Stoffes ginge dabei verloren. Oder versuchen, noch Stoff nachzukaufen, alles aufzutrennen und wenigstens die vordere Bahn nochmal neu zu machen.

Vielleicht probiere ich das morgen mal. Drückt mir die Daumen!

Hier geht es zu den anderen Weihnachtskleidnäherinnen – mit besserer Laune.