Nachklapp zum Weihnachtskleid

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Der Vollständigkeit halber: das Unterkleid zum Weihnachtskleid, das letzte Woche dann auch fertig wurde.

Ich hatte nicht so wahnsinnig Lust auf das Projekt und habe es etwas lieblos zusammengestichelt. Dem Ergebnis sähe man das an, würde man genau hingucken, aber es ist ja eh für drunter. Alles in allem ist es aber ganz schön gworden, und erfüllt prima seinen Zweck.

Der Stoff heißt “Tanzsporthaut” (iiiih), ist extrem dehnbar in alle Richtungen und sehr flutschig – super für ein Unterkleid, nicht so toll zu verarbeiten. Der Schnitt kommt vom letztjährigen Weihnachtskleid (ganz grob jedenfalls), er hat einen Brustabnäher und eingesetzte Ärmel, ansonsten ganz gerade, und das hat gut funktioniert.
Meine Befürchtungen, in 100% Nylon ziemlich ins Schwitzen zu kommen, haben sich bisher nicht bestätigt, Kleid und Unterkleid tragen sich zusammen sehr angenehm. An den Schultern krabbelt manchmal ein bisschen die Spitze heraus, da sie aber farblich gut zum Kleid passt, stört mich das nicht sehr. Die dreiviertellangen Ärmel sind genau richtig, und das Unterkleid zieht sich auch nicht über den Rockbund nach oben.
Authentisch Zwanziger ist daran leider nix, langärmelige Unterwäsche scheint es eher mit Hosen denn als Unterkleid gegeben zu haben, naja, und Stoffe wie diesen gab es natürlich sowieso noch nicht.

Macht aber nichts, das Ding bewährt sich sehr. Empfehlenswert!

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Aufgeräumt!

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Ich habe tatsächlich in den Tagen (oder eher an den Abenden) nach Weihnachten meine Stoffe aufgeräumt und sortiert und eine Übersicht angelegt. Nun bin ich hochzufrieden – Ich liebe Ordnung! – und tatsächlich gab es einige neue Erkenntnisse. Und so sieht nun alles aus:

Ich habe zwei große Schubladen mit Stoffen:

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Links unten sieht man alte Bettwäsche für Probestücke. Dann gibt es da eine Handvoll neuer Stoffe für eine Hose und einige Kleider, und ansonsten sind das alles Reste von früheren Projekten – alles, was noch eine kurzärmelige Bluse oder eine Jacke oder einen Rock hergibt, liegt in diesen Schubladen. Von jedem Stoff gibt es ein kleines Musterstück, aufgeklebt im Sewing Planner von By Hand London samt ungefährer Mengenangabe.

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Kleinere Reste sind in diesen Kisten verstaut und ebenfalls per Musterschnipsel erfasst, aber nicht ausgemessen. Ich brauche sowas immer mal, um z.B. einen kontrastfarbigen Kragen oder eine Hutgarnitur passend zum Kleid zu nähen, eine Krippenfigur anzuziehen oder was auch immer. Von manchen Stoffen mag ich auch einfach gerne ein Stückchen aufbewahren.

Dann gibt es eine flache Schublade mit Futterstoffen und eine mit Spitzen und Kragen:

Und der Korb neben meinem Nähtisch enthält jetzt die Reste von Strickstoffen bzw. von alten Pullovern und Jacken, die bei Bedarf kannibalisiert werden. Da sind außerdem noch drei Kleidungsstücke untergebracht, die ich bestickt hatte und die jetzt aus verschiedenen Gründen nicht mehr tragbar sind. Die Stickerei wegzutun wäre schade, also hebe ich sie bis auf Weiteres auf und hoffe, sie nochmal irgendwo anders anbringen zu können.

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Tatsächlich hat mich erstaunt, wieviele brauchbare Stücke es unter meinen Resten noch gibt, und es ist sehr hilfreich, sie nun vermessen und gut auffindbar zu haben. Da der Platz in den großen Schubladen, wie man sieht, ausgeschöpft ist, ist jetzt der Plan, für den Frühling und Sommer erstmal eine Reihe von Blusen und Röcken zu nähen. Das Ganze bewegt sich aber ja in überschaubarem Rahmen, ich bin also entspannt, was unvorhergesehene Pläne und plötzliche Gelüste betrifft. Nur zu viele Reste sollten nicht dabei herauskommen …

WKSA – Finale!

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Wie wunderbar, es ist Weihnachten! Und ich trage das kuscheligste und bequemste aller Kleider. Und richtig schön finde ich es auch!

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Falls Interesse an den schmutzigen Details besteht: Das Innenleben ist nicht besonders hübsch anzusehen – vor allem am Halsausschnitt, der schon recht ausgeleiert war und mittels aufgebügeltem Nahtband eingefangen werden musste. Das hat gut funktioniert, nur hatte ich das Band aus irgendwelchen Gründen in Weiß gekauft, das sieht man jetzt natürlich. Dasselbe gilt für die Seitennähte am Rock, bei dem ich im Übrigen einen Teil der hinteren Bahn mit H 609 bebügelt habe, um Ausleiern zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Weil mir das erst nach dem Zusammennähen einfiel, ist auch das etwas murkelig geraten.
Die dunkelblauen “Streifen” wollte ich eigentlich in Kettstich sticken, habe es dann aber doch nochmal mit einem sehr flachen Hexenstich probiert, so dass die Kanten dehnbar geblieben sind. Dass das geklappt hat, freute mich sehr. Kennt jemand noch andere elastische Stickstiche? Meine wiederholten Recherchen in dieser Sache waren nicht sehr erfolgreich.
Und was ich gerne künftig besser hinkriegen würde: Wo mehrere Stofflagen übereinander liegen, am Rockbund zum Beispiel, wird es schnell sehr knubbelig und dick. Das muss ich irgendwie früher bedenken und dann möglichst vermeiden.
Ach so, und die Knöpfe sind alt, ich schätze mal Dreißiger Jahre, und ich hatte gerade drei davon. Die dazugehörige Schnalle ziert netterweise das Weihnachtskleid vom letzten Jahr.

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Dass das geplante Unterkleid auf jeden Fall noch genäht werden sollte, stellte ich fest, als mein kleiner Sohn sich (Süßigkeiten satt!) auf dem Weg ins Bett übergab – nein, nicht auf mein Kleid, sondern auf den Anzug meines Mannes. Puh! Für die Erste Hilfe hab ich das Kleid aber doch lieber ausgezogen und war dann in ziemlich unattraktiver Uralt-Unterwäsche unterwegs, bis das Kind getröstet, geduscht und im Bett und das Schlamassel aufgewischt war. Das Unterkleid wird also das erste Projekt für’s neue Jahr. Bis dahin plane ich, mir mal in Ruhe meine Stoffvorräte anzusehen. So wahnsinnig viel ist es nicht, aber ein bisschen Ordnung reinzubringen ist bestimmt nicht verkehrt, und sicher stoße ich doch noch auf irgendetwas, das ich nicht mehr auf dem Zettel hatte.

Aber jetzt gehe ich erstmal gucken, was die anderen geschneidert haben, darauf freue ich mich schon seit Tagen. Vielen herzlichen Dank nochmal an die Organisatorinnen, es hat wieder sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam auf Weihnachten zuzunähen. Und alles Gute und viel Spaß für das neue Team!
Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen gesegnete und fröhliche Weihnachten!

WKSA – Zwischenstand Nr. 2

Den Termin letzte Woche hab ich leider verpasst – hatte kaum Zeit zum Nähen und noch weniger Zeit zum Bloggen. Mittlerweile kann man aber schon sehen, wie das Kleid mal aussehen könnte (bitte entschuldigt das wirklich grottige Foto – ich gelobe Besserung im nächsten Jahr!):

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Das ist leider nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. Der Ausschnitt ist zu weit geraten, den muss ich nochmal anders machen. Aber vor allem ist das Oberteil zu kurz, dadurch wirkt das Ganze nicht so lang und schmal und “Zwanziger” wie geplant. Leider ist das nicht zu ändern – ich hatte, um nicht allzuviel von dem teuren Stoff neu kaufen zu müssen, das Rückenteil aus dem Rücken der misslungenen Vorgängerjacke zugeschnitten, das bestimmt nun eben die Länge.
Ich kann aber das Oberteil noch etwas schmaler machen, und dann muss der hellblaue Stoff noch irgendwie verziert werden, vielleicht mit Knöpfen oder ein bisschen Stickerei, mal sehen.

Das Ganze wird sicherlich bis Weihnachten fertig (und mir dann auch gefallen). Ob es mit dem Unterkleid bis dahin auch noch was wird, weiß ich allerdings nicht. Das nähe ich dann also vielleicht in den Weihnachtsferien hinterher. Da das Kleid fest als Sonntagskleid für diesen Winter gebucht ist, wird es auch dann noch genug Gelegenheiten geben, es zu tragen.

Hier kann man sehen, wie es den anderen Weihnachtskleidnäherinnen ergeht.

Und, fast hätte ich’s vergessen, in einer Woche ist Weihnachten, juhuuu!!!

WKSA – Zwischenstand

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Viel ist hier nicht passiert seit letzter Woche – ich warte auf Stoff.
Der Merinostrick in der Zweitfarbe ist schon gekommen (von Stoffversand4u), aber auf 60 cm von dem dunkelblauen vom Roten Faden warte ich noch.

Dafür habe ich aber zwei angefangene Projekte zuende gebracht – ein Unterkleid und das Fleecefutter für die rote Strickjacke, die zeige ich hier ein andermal.
Insofern bin ich hochzufrieden und freue mich darauf, wenn es mit dem Weihnachtskleid weitergeht!

Hier kann man sehen, wie es den Mitnäherinnen bisher ergangen ist.
Bis nächste Woche!

NWSA – Finale: Wintermantel!

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Es ist kalt geworden, buchstäblich im allerpassendsten Moment, denn mein Wintermantel war fertig, und der passende Hut dazu wurde es am letzten Sonntagmorgen – gerade recht auch zur Fotosession auf dem Nähbloggertreffen. Das war übrigens ein wirklich schönes Wochenende, nochmals herzlichen Dank an die Organisatorinnen, die Damen Küstensocke und Fesche Lola!

Ja, dies ist also der fertige Mantel:

Ich bin ingesamt sehr zufrieden! Ein bisschen länger hätte er noch sein können, ein bisschen Michelinmännchenmäßig fühle ich mich damit, aber er ist richtig warm und die Farbe ist genau das Richtige für den Winter, finde ich.

Und dann habe ich die letzte Woche des Sew Alongs noch genutzt, um aus dem Reststoff einen passenden Hut zu nähen:

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Der Schnitt ist von Elsewhen, hier zuerst gezeigt, allerdings mit abgewandelter Krempe. Ich habe ihn nicht mit Watteline, sondern mit Thermovlies (Meida) gefüttert, das ist nicht ganz so dick. Trotzdem war es mir leider nicht möglich, die Nähte richtig glatt zu bügeln, manchmal passte nicht alles unter den Nähmaschinenfuß und insgesamt war es etwas mühsam – man sollte nicht unbedingt allzu genau hinsehen. Ich habe auch doch nochmal die Garnitur aus dem Samt vom Mantel abgenommen und ein gekauftes Samtband angenäht, das nun leider nicht ganz dieselbe Farbe hat, dafür aber weniger wulstig aussieht. Der Hut ist nun also nicht ganz so, wie ich ihn mir erträumt hatte, aber trotzdem freue ich mich sehr, dass ich ihn noch genäht habe! Er trägt sich prima und geht, wichtig, beim Fahrradfahren in die Tasche zu knüllen.

Bleibt, mich noch einmal bei Frau Küstensocke für die Einladung zum Sew Along und bei allen freundlichen Kommentargeberinnen (im Blog und beim Nähtreffen) zu bedanken! Das hat mir sehr geholfen!

Nun bin ich also hoffentlich für ein paar Jahre vom Mantelnähen befreit und freue mich auf ein paar kleinere Projekte – ein Weihnachtskleid und ein Unterkleid will ich nähen, meine rote Strickjacke füttern und ein Regencape retten, dazu ein andermal mehr.

Und hier kann man alle anderen November-Kleider angucken.

Jersey

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aus: Lessier, Art Deco Fashions – Coco Chanel, 1929

Auf dem (supernetten und inspirierenden) Bloggertreffen in Hamburg kamen wir auf Coco Chanel zu sprechen und darauf, dass sie als erste Jersey, bis dahin vor allem für Unterwäsche verwendet, als Stoff für Oberbekleidung eingesetzt hat. Berühmt sind die gestreiften Shirts mit U-Boot-Ausschnitt, die sie, so heißt es, von ihrem damaligen Geliebten ausborgte und salonfähig machte. Nun hatte Chanel einen ausgeprägten Hang zur Legendenbildung und nahm es mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau (abgesehen davon, dass sie mit den Nazis kollaborierte – Ihr merkt, ich bin kein Fan). In jedem Fall kamen aber in den Zwanzigern Kleider und Kostüme aus Jersey auf und trugen dazu bei, Kleidung für Frauen alltagstauglich und bequem zu machen, passend zum neuen Bild der aktiven, sportlichen, selbständigen Frau.

Mema interessierte sich für Informationen oder Bilder dazu, und weil ich so eine kleine Quellensammlung auch eine gute Idee fand, habe ich beschlossen, einen Blogpost daraus zu machen.

Die Bilder, die ich hier zeige, entstammen den Büchern, die ich besitze oder gerade aus der Bibliothek ausgeliehen habe – natürlich gibt es auch im Netz viel dazu zu finden, aber das zusammenzutragen fehlt mir momentan leider die Zeit. Für Informationen und Bildmaterial zur Mode der Zwanziger verweise ich aber wie immer gerne auf den großartigen Blog von Witness2Fashion.

Wenn man daran interessiert ist, Kleidung aus dieser Zeit eingermaßen authentisch nachzunähen, ist es allerdings wichtig zu beachten, dass Jersey damals etwas anderes meinte als heute. Ich glaube, mit dem, was wir heute als einen feinen Strickstoff bezeichnen würden, kommt man der Optik und dem Fall am nächsten.

Und hier kommen die Bilder, beginnend 1923 (aus: Blum, Everyday Fashions of the Twenties as pictured in Sears and Other Catalogs) – ganz schön früh, finde ich:

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Ebenfalls 1923 – zwei Kleider aus “Rayon Jersey” von Van Ultra. Underwood and Underwood (aus: Fell, Fashion Sourcebook 1920s). Hier sieht man, dass in der Realität damals auch nicht alles Gold war …

 

1924 (aus: Blum, Everyday Fashions of the Twenties as pictured in Sears and Other Catalogs)

 

1925/26 (aus: Blum, Everyday Fashions of the Twenties as pictured in Sears and Other Catalogs)

 

Jetzt der Sprung in die zweite Hälfte des Jahrzehnts, in der die Rocklänge so dramatisch nach oben ging und der Look entstand, den wir heute erwarten, wenn es um Mode aus den Zwanzigern geht.
Ca. 1926-29 (leider undatiert, aus: Montgomery Ward, Fashions of the Twenties):

 

1926 (aus: Fiell, Fashion Sourcebook 1920s)

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1926, ein Tagesensemble von Chanel, Wolljersey und Seidensatin (aus: Lessier, Art Deco Fashions):

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Und, ca. 1928, ein Design von Sonia Delauny (aus: Lessier, Art Deco Fashions)

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Ich denke, trotz dieser Beispiele, dass Kleidung aus Webstoff in den Zwanzigern bei Weitem die aus Strick überwog. In den Dreißigern veränderte sich die Mode dann stark – Röcke wurden wieder länger und schmaler, die natürliche Taille wieder betont. Der Schwerpunkt lag jetzt eher auf Eleganz und Fraulichkeit; bequem, sportlich oder gar lässig sollte die Kleidung nicht mehr wirken. Und so habe ich in meinen Büchern über Mode aus den Dreißigern überhaupt keine Abbildungen oder Hinweise auf Oberbekleidung aus Jersey finden können – was natürlich nicht heißt, dass es das nicht gegeben hat, aber es spricht schon dafür, dass es nicht besonders typisch für die Mode der Zeit war.

Ich hab ja lange Kleidung im Stil der 30er getragen und genieße nun sehr die viel bequemeren Schnitte aus den Zwanzigern. Und natürlich sind Sachen aus Jersey eine verlockende Option. Es ist aber, wie gesagt, gar nicht einfach Stoff zu finden, der mir passend (und dabei bezahlbar) erscheint. Den Stein der Weisen gilt es hier also noch zu finden.