Weihnachtskleid Sew Along: Besser spät als nie

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Wie gut, dass es für dieses Kleid eine Deadline gab!
Tatsächlich war es auch am 23.12. mittags fertig, aber dann wollte ich mich lieber mit Weihnachten beschäftigen als mit Fotos und sowieso war das Geglitzer irgendwie noch nicht richtig und überhaupt will ich es ja erst an Silvester tragen. Naja, und außerdem bin ich insgesamt nicht wirklich zufrieden damit, und ohne den Finaltermin hätte ich wahrscheinlich zähneknirschend noch diverse Stunden mit dem welligen Saum, der knubbeligen Einfassung der Armlöcher, dem unsauberen Innenleben verbracht. So aber habe ich es für ein paar Tage auf den Bügel gehängt, nach Weihnachten ein passendes Blingbling besorgt und heute beim Fotografieren festgestellt, dass es doch insgesamt ein sehr schönes Kleid geworden ist.

Zu meiner eigenen Beruhigung: Der Stoff hatte es nähtechnisch wirklich in sich. Und auf den Bildern wie wohl auch im wirklich Leben sieht man die Macken sowieso nicht. Ich erspare darum mir und Euch einen Bericht über alle Etappen und Umwege und zeige lieber nur die Bilder vom fertigen Kleid (wegen winterlicher Temperaturen diesmal leider nicht draußen aufgenommen).

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Vielleicht bastele ich nochmal ein etwas wilderes Geglitzer, das ist jetzt doch recht dezent geraten (passt so aber gut zu einer meiner Haarspangen). Ich habe es nur an beiden Enden angenäht, damit man es für die Reinigung wieder abnehmen kann, aber es muss wohl doch etwas besser fixiert werden. Und Bändchen für die Unterwäscheträger muss ich noch einnähen. Und dann freue ich mich darauf, das Kleid zum Jahreswechsel (und sicher auch in den kommenden Jahren immer wieder gerne) zu tragen!
Viele Weihnachtsoutfits aller Art gibt es hier zu sehen – tausend Dank noch einmal an die Organisatorinnen!
Und kommt alle gut ins neue Jahr!

 

 

Weihnachtskleid Sew Along: Samt

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Diesen wunderschönsten aller Stoffe habe ich neulich bei Gädtke erstanden – ich konnte nicht anders. Das Foto wird ihm leider überhaupt nicht gerecht, die Farbe ist etwas zwischen Ultramarinblau und Veilchenfarben, dunkel, mit sehr viel Tiefe. Weil es kein Polyester, sondern eine Acetat-Baumwoll-Mischung ist, hat er einen edlen, aber unaufdringlichen Glanz, und, das Allerbeste, er ist leicht genug, um daraus etwas weich fallendes, Bequemes zu schneidern. Samt mit diesen Qualitäten zu finden ist gar nicht einfach – ist leider zur Zeit nicht so in Mode, war es aber in den Zwanzigern umso mehr. Ich musste ihn also eindeutig kaufen, und weil man Samt nicht längere Zeit gefaltet lagern soll, muss er nun schnell verarbeitet werden. Und so wurde aus meinem geplanten Sofa-Weihnachtskleid ein Gala-Weihnachtskleid.

 

Ein Probeteil habe ich schon entworfen und genäht, sehr schlicht, wie man sieht – nur ein Vorder- und ein Rückenteil mit Brust- bzw. Taillenabnähern. Das alte Laken hat sehr viel Stand, ich hoffe also, dass der Samt etwas weniger abstehen, dafür in weichen Falten fallen wird. Das Probekleid hat außerdem eine großzügige Saumzugabe, das wird am Ende noch etwas kürzer. Das superschlichte Design ist zum Einen meiner Risikoscheu geschuldet – Samt kann schwierig sein und verzeiht keine Fehler, ich erspare mir also allzu viele Nähte (obwohl es wundervolle Samtkleider aus den Zwanzigern mit schräg verlaufenden Designlinien gibt, mit denen ich heftig, aber nur sehr kurz geliebäugelt habe). Zum Anderen glaube ich aber auch, dass der Stoff gar nicht viel braucht, um spektakulär auszusehen. Ein bisschen passendes BlingBling werde ich noch versuchen zu finden, möglichst in variabler Form, also z.B. etwas Glitzeriges, das man, auf eine Haarspange montiert, auf die Schulternaht schieben könnte (wo es hoffentlich keinen allzu störenden Abdruck hinterließe). Dann könnte man dem Anlass entsprechend variieren.

Ja, das sind also meine hoffnungsvollen Pläne.
Ich freue mich total, dass es auch dieses Jahr wieder einen Weihnachtskleid Sew Along gibt, der gehört mittlerweile schon fest zum Auf-Weihnachten-zugehen dazu und würde mir sehr fehlen.
Vielen herzlichen Dank an die Organisatorinnen! Und hier seht Ihr, was dieses Jahr noch so unterm Baum getragen werden wird – ich bin gespannt!

Nachklapp zum Weihnachtskleid

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Der Vollständigkeit halber: das Unterkleid zum Weihnachtskleid, das letzte Woche dann auch fertig wurde.

Ich hatte nicht so wahnsinnig Lust auf das Projekt und habe es etwas lieblos zusammengestichelt. Dem Ergebnis sähe man das an, würde man genau hingucken, aber es ist ja eh für drunter. Alles in allem ist es aber ganz schön gworden, und erfüllt prima seinen Zweck.

Der Stoff heißt “Tanzsporthaut” (iiiih), ist extrem dehnbar in alle Richtungen und sehr flutschig – super für ein Unterkleid, nicht so toll zu verarbeiten. Der Schnitt kommt vom letztjährigen Weihnachtskleid (ganz grob jedenfalls), er hat einen Brustabnäher und eingesetzte Ärmel, ansonsten ganz gerade, und das hat gut funktioniert.
Meine Befürchtungen, in 100% Nylon ziemlich ins Schwitzen zu kommen, haben sich bisher nicht bestätigt, Kleid und Unterkleid tragen sich zusammen sehr angenehm. An den Schultern krabbelt manchmal ein bisschen die Spitze heraus, da sie aber farblich gut zum Kleid passt, stört mich das nicht sehr. Die dreiviertellangen Ärmel sind genau richtig, und das Unterkleid zieht sich auch nicht über den Rockbund nach oben.
Authentisch Zwanziger ist daran leider nix, langärmelige Unterwäsche scheint es eher mit Hosen denn als Unterkleid gegeben zu haben, naja, und Stoffe wie diesen gab es natürlich sowieso noch nicht.

Macht aber nichts, das Ding bewährt sich sehr. Empfehlenswert!

WKSA – Finale!

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Wie wunderbar, es ist Weihnachten! Und ich trage das kuscheligste und bequemste aller Kleider. Und richtig schön finde ich es auch!

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Falls Interesse an den schmutzigen Details besteht: Das Innenleben ist nicht besonders hübsch anzusehen – vor allem am Halsausschnitt, der schon recht ausgeleiert war und mittels aufgebügeltem Nahtband eingefangen werden musste. Das hat gut funktioniert, nur hatte ich das Band aus irgendwelchen Gründen in Weiß gekauft, das sieht man jetzt natürlich. Dasselbe gilt für die Seitennähte am Rock, bei dem ich im Übrigen einen Teil der hinteren Bahn mit H 609 bebügelt habe, um Ausleiern zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Weil mir das erst nach dem Zusammennähen einfiel, ist auch das etwas murkelig geraten.
Die dunkelblauen “Streifen” wollte ich eigentlich in Kettstich sticken, habe es dann aber doch nochmal mit einem sehr flachen Hexenstich probiert, so dass die Kanten dehnbar geblieben sind. Dass das geklappt hat, freute mich sehr. Kennt jemand noch andere elastische Stickstiche? Meine wiederholten Recherchen in dieser Sache waren nicht sehr erfolgreich.
Und was ich gerne künftig besser hinkriegen würde: Wo mehrere Stofflagen übereinander liegen, am Rockbund zum Beispiel, wird es schnell sehr knubbelig und dick. Das muss ich irgendwie früher bedenken und dann möglichst vermeiden.
Ach so, und die Knöpfe sind alt, ich schätze mal Dreißiger Jahre, und ich hatte gerade drei davon. Die dazugehörige Schnalle ziert netterweise das Weihnachtskleid vom letzten Jahr.

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Dass das geplante Unterkleid auf jeden Fall noch genäht werden sollte, stellte ich fest, als mein kleiner Sohn sich (Süßigkeiten satt!) auf dem Weg ins Bett übergab – nein, nicht auf mein Kleid, sondern auf den Anzug meines Mannes. Puh! Für die Erste Hilfe hab ich das Kleid aber doch lieber ausgezogen und war dann in ziemlich unattraktiver Uralt-Unterwäsche unterwegs, bis das Kind getröstet, geduscht und im Bett und das Schlamassel aufgewischt war. Das Unterkleid wird also das erste Projekt für’s neue Jahr. Bis dahin plane ich, mir mal in Ruhe meine Stoffvorräte anzusehen. So wahnsinnig viel ist es nicht, aber ein bisschen Ordnung reinzubringen ist bestimmt nicht verkehrt, und sicher stoße ich doch noch auf irgendetwas, das ich nicht mehr auf dem Zettel hatte.

Aber jetzt gehe ich erstmal gucken, was die anderen geschneidert haben, darauf freue ich mich schon seit Tagen. Vielen herzlichen Dank nochmal an die Organisatorinnen, es hat wieder sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam auf Weihnachten zuzunähen. Und alles Gute und viel Spaß für das neue Team!
Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen gesegnete und fröhliche Weihnachten!

WKSA – Zwischenstand Nr. 2

Den Termin letzte Woche hab ich leider verpasst – hatte kaum Zeit zum Nähen und noch weniger Zeit zum Bloggen. Mittlerweile kann man aber schon sehen, wie das Kleid mal aussehen könnte (bitte entschuldigt das wirklich grottige Foto – ich gelobe Besserung im nächsten Jahr!):

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Das ist leider nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. Der Ausschnitt ist zu weit geraten, den muss ich nochmal anders machen. Aber vor allem ist das Oberteil zu kurz, dadurch wirkt das Ganze nicht so lang und schmal und “Zwanziger” wie geplant. Leider ist das nicht zu ändern – ich hatte, um nicht allzuviel von dem teuren Stoff neu kaufen zu müssen, das Rückenteil aus dem Rücken der misslungenen Vorgängerjacke zugeschnitten, das bestimmt nun eben die Länge.
Ich kann aber das Oberteil noch etwas schmaler machen, und dann muss der hellblaue Stoff noch irgendwie verziert werden, vielleicht mit Knöpfen oder ein bisschen Stickerei, mal sehen.

Das Ganze wird sicherlich bis Weihnachten fertig (und mir dann auch gefallen). Ob es mit dem Unterkleid bis dahin auch noch was wird, weiß ich allerdings nicht. Das nähe ich dann also vielleicht in den Weihnachtsferien hinterher. Da das Kleid fest als Sonntagskleid für diesen Winter gebucht ist, wird es auch dann noch genug Gelegenheiten geben, es zu tragen.

Hier kann man sehen, wie es den anderen Weihnachtskleidnäherinnen ergeht.

Und, fast hätte ich’s vergessen, in einer Woche ist Weihnachten, juhuuu!!!

WKSA – Zwischenstand

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Viel ist hier nicht passiert seit letzter Woche – ich warte auf Stoff.
Der Merinostrick in der Zweitfarbe ist schon gekommen (von Stoffversand4u), aber auf 60 cm von dem dunkelblauen vom Roten Faden warte ich noch.

Dafür habe ich aber zwei angefangene Projekte zuende gebracht – ein Unterkleid und das Fleecefutter für die rote Strickjacke, die zeige ich hier ein andermal.
Insofern bin ich hochzufrieden und freue mich darauf, wenn es mit dem Weihnachtskleid weitergeht!

Hier kann man sehen, wie es den Mitnäherinnen bisher ergangen ist.
Bis nächste Woche!

Weihnachtskleid-Sew Along!

Ja, aber natürlich möchte ich auch wieder ein Weihnachtskleid nähen! Und dieses Jahr schaffe ich es sogar, rechtzeitig beim Sew Along einzusteigen, wie schön.

Meine Nähpläne für die letzten Wochen dieses Jahres sehen neben einem Weihnachtskleid auch mehrere ältere Baustellen vor, die ich mal in aller Ruhe aufräumen möchte. Und das lässt sich prima verbinden – so hoffe ich zumindest.

Im Rahmen des Spring Style Alongs hatte ich eine blaue Jacke aus Merinostrick nähen wollen, die mir am Ende nicht sehr gut gefiel. Beim Auftrennen habe ich dann noch ein paar Löcher reingerupft, so dass sie tatsächlich und endgültig hin war. Ich hatte aber auch noch einen Rock aus demselben Stoff zugeschnitten, und den hoffe ich nun in ein zweiteiliges Kleid zu verwandeln – auch ein Plan, der beim Frühlingsnähen nicht erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde (beides in diesem Post beschrieben).

Etwas in dieser Art stelle ich mir vor:

Dazu würde ich mal versuchen, ein Unterkleid mit kurzen oder halblangen Ärmeln zu nähen. Gibt es sowas zu kaufen? Ich habe das noch nirgends gesehen, aber auch wenn immer beschworen wird, Wolle reinige sich ja von selber, muss man, was man auf der bloßen Haut trägt, doch häufiger waschen, oder? Und das trägt ja nicht gerade zur Lebensdauer so eines Schätzchens bei.

Soweit jedenfalls mein Plan. Der Rock ist schon fast fertig, nun muss ich noch ein bisschen Stoff für das Oberteil dazukaufen, und dann geht es weiter.
Ich freue mich sehr auf das gemeinsame Nähen für Weihnachten, vielen Dank an die Organisatorinnen! Hier gibt es jede Menge andere schöne Ideen zu sehen.

Neue Pläne

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Leider habe ich es nicht geschafft, beim diesjährigen Weihnachtskleid Sew Along mitzumachen. Aber ein Kleid für Weihnachten genäht habe ich trotzdem, und das gibt es weiter unten zu sehen, denn ich liebe es sehr! Schöne Näh-Erfahrungen waren auch wirklich nötig, nachdem ich viel viel Zeit mit einem Mantel verbracht habe, der mich weder glücklich macht, noch mich wenigstens richtig warm hält. Nun ja.

Dass ich mir gerne etwas Festliches nähen wollte, hat auch damit zu tun, dass mein kleines Näh-Universum kürzlich einmal komplett umgekrempelt wurde, und zwar durch die Lektüre dieses Buches: Linda Przybyszewski, The lost art of dress.

Die Autorin beschreibt, was Mädchen an US-amerikanischen Schulen zwischen 1900 und 1950 über Kleidung lernten – über vorteilhaftes Design, kostenbewussten Aufbau einer sinnvollen Garderobe und stilsichere Wahl des dem Anlass entsprechenden Outfits. Ich würde gerne ausführlicher darüber schreiben, auch über die gesellschaftspolitischen Implikationen usw., aber mein Versuch führte zu einem ziemlich trockenen Endlos-Post, also empfehle ich lieber das Buch zur Lektüre und beschränke mich hier auf meine persönlichen Erkenntnisse:

Grob gesagt gab es bisher zwei Kategorien in meinem Kleiderschrank: Sachen, mit denen ich eigentlich nicht mal dem Briefträger begegnen mochte – die trug ich zu Hause, egal ob zur Hausarbeit oder abends auf dem Sofa. Und das, was ich zur Arbeit und überhaupt für alle Gelegenheiten außer Haus trage: Röcke und Blusen, semi-elegant aber nicht sehr bequem, und insgesamt eher nüchtern. Damit hatte ich weder nach unten noch nach oben viel Spiel auf der Eleganz- oder auch der Bequemlichkeits-Skala.

Nach Lesen des Buches war mir klar: Ich brauche keine weiteren Büroklamotten. Ich brauche bequeme, aber hübsche Sachen für die Nachmittage mit Haushalt und Kindern; ein bisschen was Glamouröseres für Sonntage, Partys, zum Ausgehen; irgendwann mal wieder ein langes Abendkleid; und, dringend: gemütliche und trotzdem schöne Sachen für den Feierabend.

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Als Erstes hab ich mir also Lounging Pajamas genäht – die kamen in den Zwanzigern auf, allerdings eher aus (Kunst-)Seide, Crepe u.ä., wie man sie hier bewundern kann (etwas im Post nach unten scrollen). Meine sind eine Winterversion aus Jersey, und auch vom Schnitt her eher Zwanziger-inspiriert als authentisch, aber dennoch: Wenn die Kinder abends schlafen und auch sonst nix mehr erledigt wird, ziehe ich mich nochmal um – dann habe ich es gemütlich und fühle mich trotzdem gut angezogen (schließlich ist das ja auch die Zeit, die ich mit meinem Liebsten verbringe), und weiß, dass der nun vor mir liegende Teil des Abends ausschließlich den schönen Dingen des Lebens gehört. Klingt vielleicht etwas umständlich, fühlt sich aber super an!

Das nächste war ein Pullover, der endlich fertig wurde, und der nun meinen Zuhause-Nachmittagen und der Freizeit gewidmet ist.

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Und dann das oben erwähnte Kleid. Coco Chanel (die mir im Übrigen herzlich unsympathisch ist) wird neben vielem anderen zugeschrieben, Jerseystoff, bis dahin nur für Unterwäsche verwendet, in den Zwanzigern erstmals salonfähig gemacht zu haben. Nun gucke ich mir seit langem Jerseys an und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man daraus etwas nähen sollte, das irgendwie authentisch für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts aussähe. Bis ich auf diesen wunderbaren (hier zweiseitig verwendeten) Stoff stieß:

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Ich habe erstmal ein Stück davon in Rot gekauft (für’s Lounging Ensemble). Am nächsten Tag habe ich entschieden, dass dies nicht der richtige Moment zum Sparen ist, und habe die Reste vom roten und vom blauen Stoff komplett aufgekauft. Naja, das war vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es macht mich trotzdem glücklich, mehrere Meter davon in meiner Kommode liegen zu haben. Und er verarbeitet und trägt sich super. Da ich seit Jahren fast ausschließlich Kleidung aus Webstoff getragen habe, bin ich völlig hin und weg von diesem Tragekomfort!

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Den Schnitt hab ich mir wie immer selbst zusammengebastelt. Diese Art tief gezogener Ausschnitt mit einem Einsatz war sehr populär in der Mitte der Zwanziger Jahre, so wie z.B. hier (in einer Abbildung aus T. Skinner: Flapper Era Fashions):

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Lange Bänder und Schleifen sowieso. Die Gürtelschnalle ist, denke ich, aus den 30ern. Dass der Rock sich vorne so hoch zieht, hat mit fehlenden Hüften und Bauch der Schneiderpuppe zu tun, an mir sieht das besser aus. Die schrägen Falten von der Brust zur Hüfte sind allerdings dem Schnitt geschuldet – und authentisch.

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Das Kleid wurde ab der Fertigstellung am 24.12. mittags über die Feiertage und Ferien fast durchgehend getragen, seitdem nur noch Sonntags – ich stelle nämlich fest, dass sie damals recht hatten: Es wertet wirklich jeden Bereich meines Lebens auf, wenn ich ihm angemessene und schöne Kleidung widme (auch die Hausarbeit …). Es hilft außerdem, zwischen Arbeit und Fest und Mußestunden tatsächlich zu unterscheiden. Und es hat meine Liste der begehrenswerten Kleidungsstücke erheblich erweitert, es gibt also viel zu träumen und zu planen, und was könnte besser sein?!

 

 

 

Weihnachtskleid Sew Along – Finale

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Puh, so ganz rechtzeitig hab ich’s dann doch nicht geschafft. Das heißt, eigentlich schon: am Mittwochabend um halb zwölf war das Kleid fertig – und verhunzt. Das ging so leider nicht, da musste ich gestern nochmal ran.

Nach dem letzten WKSA-Termin fing es aber erstmal damit an, dass mir klar wurde, wie schlecht der Rücken das Kleides dann doch noch saß, und nach einigen Verschlimmbesserungen habe ich am Ende alle Nähte und Abnäher nochmal aufgetrennt, gebügelt und neu genäht. So ganz glatt sitzt er immer noch nicht, aber so kann es jedenfalls bleiben.

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Dann also die Pailletten … ich konnte mich nicht recht entscheiden, wie die Verzierungen aussehen sollten, habe mich dann für Rosetten auf Schulter und Hüfte entschieden (authentisch für die 20er, wenn auch etwas langweilig, weil so ähnlich wie beim Hochzeitskleid) und einfach mal drauflos gestickt. Das hat nicht gut funktioniert. Und beim Auftrennen hat der Samt sich dann leider doch noch von seiner sensiblen Seite gezeigt: es blieben deutliche Spuren, so dass ich nicht einfach etwas anderes machen konnte, sondern an denselben Stellen bleiben musste, um sie zu überdecken. Also hab ich es nochmal mit den Rosetten versucht, diesmal ging es besser, nur fand ich das Ergebnis immer noch ein bisschen lahm und wollte noch ein vertikales Element im Rock haben, und das war ein Fehler:

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So sah das am Mittwochabend aus – ich fand die Stickerei plump und unsauber, sie funktionierte nicht mit dem Fall des Rockes und gefiel mir einfach insgesamt überhaupt nicht. Einfach ablösen konnte ich die Pailletten auch nicht, weil die Spuren davon ja sichtbar blieben.

Am Donnerstag hatte ich sehr schlechte Laune und schlich um die Memademittwoch-Seite mit all den stolzen und zufriedenen Weihnachtskleidnäherinnen herum. Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause hatte ich dann einen Plan: Ich hatte noch ein bisschen Stoff übrig, und so habe ich das Vorderteil des Rockes herausgetrennt und durch ein neues ersetzt. Damit habe ich also den gestrigen Abend verbracht, und so sieht es jetzt aus:

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Ich hatte nun keine Zeit mehr für weitere Pailletten-Experimente, der Weisheit letzter Schluss ist das noch nicht, finde ich. Aber damit kann ich mich auch nach Weihnachten beschäftigen, jetzt habe ich jedenfalls ein hübsches, tragbares Kleid für den Heiligabend und reihe mich dann doch noch froh in die Reihe der Mitnäherinnen ein. Dankeschön für die Organisation! Und Danke nochmal an Angelika für den wunderschönen Stoff!! Und gesegnete Weihnachten allerseits!

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Hier noch schnell die Fakten für den Historical Sew Monthly.

The Challenge: Special Occasion

Material: velvet

Pattern: my own

Year: about 1927

Notions: sequins, three snaps

How historically accurate is it? Quite, I think. Maybe a little too fitted to be fashionable, but there have always been mediocre seamstresses, so I guess I’m all right.

 

 

 

Weihnachtskleid Sew Along #4

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Heute ist der vorletzte Termin für den Weihnachtskleid Sew Along, und ich liege eigentlich ganz gut im Plan: Das Kleid an sich ist fertig, nun fehlt noch die Verzierung mit den Pailletten.

Das Problem mit dem Schrägstreifen ließ sich tatsächlich mit selbstgemachtem aus Polysatin lösen. Leider war ich allerdings bei Hals- und Armausschnitten zu ungeduldig, um es sorgfältig zu machen, so dass es da von innen ein ziemliches Gewurstel und von außen sichtbare Stiche gibt, was mich nun etwas ärgert – der Saum ist deutlich schöner geworden. Naja, abends schnell noch ein bisschen was machen ist eben eigentlich nicht mein Ding, aber wenn ich nur am Wochenende während der Kindermittagsschlafenszeit nähte, würd ich ja zu gar nix kommen.

Jedenfalls habe ich, wie man sieht, bezüglich der Pailletten entschieden, sie einzeln aufzusticken, nur bin ich immer noch unentschieden, wie. Ich finde diese strengen Art Deco-Motive der Zwanziger großartig, es könnte aber auch so eine Art trompe d’oeil werden, eine gefakete Brosche oder Schleife oder so. Oder einzelne florale Motive? Hmmm …

Hier gibt es weitere Weihnachtskleider zu sehen!