Schnell im August

Heute nur ein schneller kleiner Beitrag, auch für Detailfotos hat es leider nicht gereicht.
Ich hatte mir aber vorgenommen, hier wieder einmal im Monat zum MeMadeMittwoch etwas zu zeigen, also hier ein sommerliches Standardoutfit für Stadt und Büro:

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Die Bluse hatte ich hier schon mal ausführlicher vorgestellt.
Der Rock ist recht neu, nach meinem Grundschnitt genäht, ebenfalls aus Viskosecrepe, und schon oft getragen.

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Vielen Dank an Sarah für die Fotos!

Habt alle einen schönen Sommer, und guckt Euch an, was es heute beim MeMadeMittwoch zu sehen gibt!

Zwei Blusen und ein Kostüm

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Mir fehlen meine Nähfreundinnen. Sehr! Neben allem anderen auch zum Bilder machen, und so gibt es dieses Mal leider nur etwas düstere Drinnen-Fotos. Dafür von einem heißgeliebten Ensemble:

 

Der Rock ist schon älter und ursprünglich Teil dieses Kostüms aus weichem Kaschmir-Seide-Jersey, von dem ich vor einiger Zeit mal diverse Meter gekauft hatte. Damals hatte ich leicht an meinem Verstand gezweifelt, aber jetzt freue ich mich sehr, denn so hatte ich nach einem Kleid und eben dem Kostüm noch genug Stoff für eine weitere Jacke. So richtig warm wurde ich mit dem strengen Schnitt der Jacke dann nämlich doch nicht, dazu hat sie ein paar Passform-Macken und ein paar Couture-Sünden, die mich jedes mal geärgert haben. Und so habe ich nun eine etwas lässigere Jacke dazu genäht, basierend auf McCalls 6996. Der Schnitt hat sich für mich sehr bewährt und wird in dieser abgewandelten Form mein neuer Basis-Schnitt für Strickstoff-Jacken mit Schalkragen werden.

Und dann habe ich noch eine wunderbare Entdeckung gemacht: Viskosecrepe für Blusen. Absolut authentisch für die 20er UND bügelfrei!!

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Dieser cremefarbene Crepe liegt schon seit Jahren in der Kommodenschublade und sollte eigentlich ein Kleid werden – wenn ich keine Kinder mit dreckigen Händen und Eisschnute mehr habe. Aber kürzlich wurde mir klar, dass ich auch dann wahrscheinlich niemals entspannt ein weißes Kleid tragen würde, so schön und sommerlich ich das auch finde. Und so sind stattdessen drei Blusen daraus entstanden, plus zwei weitere aus dunkelblauem Crepe, den ich auch noch hatte.

Alle nach meinem Basisschnitt und zwei davon mit ein bisschen Stickerei:

Erst als sie nebeneinander am Schrank hingen, wurde mir klar, dass die beiden ganz gruselig gegendered sind: eine mit breiten Schultern und schmaler Hüfte, mit blauer Krawatte, die andere oben schmal, dafür weit an den Hüften und mit rotem Schleifchen. Puh!
Ich mag sie trotzdem beide sehr. Und da ich momentan bei der Arbeit sowieso selten jemanden sehe, trage ich das Ganze tagein, tagaus. Genau richtig für den Frühling.

Hier geht es zum MeMadeMittwoch und hoffentlich wieder ganz vielen gut gekleideten Damen! Und hier zu Handgestickt von Made with Blümchen.

 

Bauhausmädels

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… lautet der Titel eines Buches, das ich von Herrn Buttonbox zum Geburtstag bekam (von Patrick Rössler, Taschen Verlag). In diesem Jubiläumsjahr begegnet einem ja das Bauhaus an jeder Ecke, was ich großartig finde, denn es interessiert und beschäftigt mich schon lange – Design von Alltagsgegenständen, Neues Bauen, die Erfindung der Einbauküche, und was das alles mit Bildern vom Menschen und von der Gesellschaft zu tun hat.  Aber natürlich auch das Lebensgefühl, das man aus heutiger Sicht mit dem Bauhaus verbindet, mit seiner Freiheitlichkeit (die keineswegs eine Gleichberechtigung bedeutete), der Aufbruchstimmung, mit den grandiosen Festen  – sehr spannend alles!
Ein höchst erfreulicher Nebeneffekt dieser momentanen Bücher- und Bilderschwemme ist, dass man viele viele Fotos von Frauen in Alltagskleidung aus den Zwanzigern zu sehen bekommt. Und das oben erwähnte Buch war auch in dieser Hinsicht eine wahre Goldgrube.

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Was schnell auffällt: Die Kleider sind sehr schlicht verglichen mit dem, was man sonst oft zu sehen bekommt. Dass eher Fest- als Alltagskleidung die Jahrzehnte überlebt hat und nun noch im Original zu besichtigen ist, ist natürlich nicht überraschend. Oft heißt es aber zum Beispiel, Versandkataloge aus der Zeit würden die Kleidung einfacher Leute authentisch wiederspiegeln, und von deren Verspieltheit, aufwändiger Schnittführung und vor allem der Auswahl der verwendeten Stoffe ist das, was auf den Fotos vom Bauhaus zu sehen ist, ganz überwiegend weit entfernt. Nun kann man davon ausgehen, dass die Frauen dort zum Einen ziemlich fortschrittlich gesonnen, zum Anderen größtenteils bitterarm waren. Über dem Charme, den die Goldenen Zwanziger versprühen, vergisst man leicht, dass die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland vor allem eine größter Armut war. Viele damalige Bauhäusler beschreiben, wie sie in den ersten Jahren auf Parkbänken übernachtet und gehungert haben. Geld für teure Kleidung auszugeben, war also sicher nicht an der Tagesordnung.

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Mir persönlich gefällt dieser schlichte Stil sehr gut, ich fühle mich glücklicherweise bestätigt in dem, was ich, den Zwanzigern möglichst authentisch nachempfunden, nähe. Was mir besonders gefällt: Mit welch lässiger Eleganz in der Öffentlichkeit Hosen getragen wurden (und das schon Ende der Zwanziger, wenn man der Datierung der Bilder glauben darf – sehr früh!). Und die vielen Blusen und Kleider mit Hemd- oder Stehkragen, oft ärmellos, am Hals mit Knopf oder Band geschlossen oder offen getragen.

Eine Hose aus Viskosecrepe hab ich mir also genäht (und auch auf der Straße getragen, jaha!), und zwei Blusen, von denen ich eine heute zeigen will:

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Den Stoff habe ich von Ruth geschenkt bekommen (ich bin ja weiterhin mit dem Vernähen meiner Stoffvorräte beschäftigt), der Schnitt ist selbstgebastelt. Ach so, und der Hut ist auch neu, und weil er mir so gut gefällt, sollte er auch mit auf’s Bild.

Jede Menge gut gekleidete Frauen gibt es auch hier beim MeMadeMittwoch zu sehen – wahrscheinlich mit etwas weniger Nerdcontent.
Viel Spaß!

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[Die Schwarz-Weiß-Fotografien in diesem Post entstammen alle dem o.g. Buch von Patrick Rössler. Käthe Schmidt, Foto von Hajo Rose; Elsa Thiemann, Selbstportrait; Martha Erps und Ruth Hollos, Foto von Erich Consemüller]

Downton Abbey-Bluse, Die Zweite

 

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Meine Hände sind immer noch malade und Nähen ein vorsichtig zu dosierendes Vergnügen. Schon vor Längerem ist aber eine Bluse fertig geworden, die ich noch nicht gezeigt hatte, und zwar diese hier:

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Die hellblauen Teile gehörten ursprünglich zu einer Bluse, die ich vor ein paar Jahren für den Historical Sew Monthly genäht hatte, inspiriert von einer aus Isobel Crawleys Garderobe. Leider hatte ich sie falsch konstruiert, so dass sich die Ärmel nach vorne drehten und der Rücken Falten warf, und ich hab sie nur ein paar Mal getragen. Um die schöne Stickerei tat es mir dann aber doch leid, so dass ich die nun in eine neue Bluse hineingebastelt habe, die ihrerseits von einer inspiriert ist, die Lady Edith in einer späteren Staffel trägt:

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Wie man sieht, habe ich über verschiedene Designs nachgedacht und mich am Ende für ein möglichst einfaches entschieden, das allerdings die unteren Querstreifen beibehält. Im Original sieht es sehr danach aus, als seien die Rechtecke tatsächlich rundum eingesetzt, das habe ich mir aber angesichts der flutschigen Viskose nicht zugetraut und stattdessen zuerst den ganzen vorderen Streifen zusammengesetzt, um ihn dann in den Rest der Bluse einzufügen. Schon das war, wie man an den leicht schlingernden Nähten und Bügelfältchen sehen kann, eine Herausforderung. Die Ärmel sind vielleicht auch noch ein bisschen zu lang oder zu weit oder irgendwas … aber ob ich da nochmal rangehe, weiß ich noch nicht. Lieber freue ich mich darüber, dass ich seit dem ersten Versuch 2015 ganz schön viel dazugelernt habe!

Der Rock ist übrigens gekauft, aber irgendwann traue ich mich auch mal an Plissee-Stoff heran – so Zwanziger!

Und hier geht’s zum MeMadeMittwoch. Wie immer Danke an die Organisatorinnen und viel Spaß!

Eine schwarze Bluse

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Ich trage nicht gerne Schwarz. Bei anderen finde ich schwarze Sachen oft sehr elegant, aber an mir selber kommen sie mir immer stumpf und zweidimensional vor. Naja, manchmal  muss es ja leider sein, und so hatte ich im Herbst zu einem sehr traurigen Anlass schnell schnell eine schwarze Bluse zusammengenäht – mit Kummer und zu wenig Zeit, mir ging das schwarze Garn aus, die Knöpfe waren am Vorder- statt am Rückenteil gelandet und die Knopflöcher gingen gar nicht.

Der Schnitt gefiel mir aber eigentlich und der Stoff ist sehr schön, eine ganz leichte und weiche Baumwolle, und schließlich sollte man vielleicht gerade an dunklen Tagen etwas tragen, in dem man sich wohl fühlt. Also hab ich mir die Bluse nochmal vorgenommen.

 

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Es gab noch kleine Stoffrestchen, die reichten, um seitlich hinten am Bund etwas anzustückeln und die Knöpfe umzusetzen – nicht sehr schön, aber fällt nicht doll auf. Die Knöpfe waren leider, wie eigentlich das ganze Teil, unfotografierbar, es sind alte Schätzchen aus den Dreißigern. Es gibt auch noch eine passende Gürtelschnalle dazu, für die ich momentan keine Verwendung habe, aber ich freue mich, dass die Knöpfe hier so schön passen. Außerdem hab ich alle sichtbaren dunkelblauen Nähte durch schwarze ersetzt, und, um das platte Schwarz etwas zu beleben, ein paar Blümchen aufgestickt.

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Ich hatte die Stickerei wieder mit dem Frixion Pen vorgezeichnet – der sich diesmal leider wider Erwarten nicht ganz wegbügeln ließ. Man sieht es bei normalem Licht kaum, aber ich musste ein paar Blättchen sticken, die ich eigentlich doch hatte weglassen wollen. Ich finde es aber immer wieder toll,wie sehr ein Kleidungsstück durch so ein bisschen Stickerei gewinnt – bei wirklich überschaubarem Aufwand.

 

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Zur Authentizität: Da ich von Anfang an etwas zu wenig Stoff hatte, ist die Bluse kürzer als geplant, passt aber so ganz gut in die frühen Zwanziger Jahre. Hier wäre ein Beispiel für eine ähnliche Silhouette (aus Charlotte Fiell: Fashion Sourcebook 1920s), wenn auch deutlich weniger schlicht, von 1923 – angeschnittene Ärmel, breiter runder Ausschnitt, leicht gerafft mit glattem Bund auf der Hüfte:

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Zum Me Made Mittwoch trage ich die Bluse heute zusammen mit einem Rock aus dem letzten Herbst und gekaufter Strickjacke – leider überbelichtet, die Kamera wollte irgendwie nicht mehr.

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Und hier geht’s zu den anderen schönen Frauen.

Janet’s blouse

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Die Aufgabe im Historical Sew Monthly für den Oktober lautet: Heroes – Make a garment inspired by your historical hero, or your historical costuming hero. Nun tue ich mich ein bisschen schwer damit, von Helden zu sprechen (meine norddeutsche Seele …), aber natürlich gibt es aber auch in meinem Leben Menschen, mit denen ich mich verbunden fühle, die ich bewundernswert oder einfach total interessant finde, und zu diesen gehört schon lange Janet Flanner:

October’s challenge for the Historical Sew Monthly is called: Heroes – Make a garment inspired by your historical hero, or your historical costuming hero. Now I’m not too comfortable with speaking of heroes (my northern german soul …), but of course there are people I feel connected with, whom I think admirable or just really interesting, and one of these has been Janet Flanner for some time now:

 

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Janet Flanner

Sie war Amerikanerin, eine von vielen AusländerInnen, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Paris kamen, um dort ein freieres Leben zu finden. Das Bild, das uns Hemingway, James Joyce und die Fitzgeralds vom Paris der 20er überliefert haben, ist ja vor allem von wilden Partys, sexuellen Abenteuern und jeder Menge Alkohol geprägt. Für die Frauen, die es nach Paris zog – Gertrude Stein und Alice B. Toklas, Djuna Barnes, Berenice Abbot oder Colette, um nur einige zu nennen – bedeutete die Freiheit dort aber neben der, zu lieben, wen sie wollten, vor allem auch die, zu arbeiten: als Schriftstellerinnen, Künstlerinnen, Verlegerinnen, Fotografinnen usf. Es muss eine ungeheuer anregende und interessante Atmosphäre dort geherrscht haben.

She was american, one of many expatriats, who at the beginning of the 20th century went to Paris, to find a free life. The picture of Paris in the 1920s passed on to us by Hemingway, James Joyce and the Fitzgeralds is one of wild partys, sexual adventures and a lot of alcohol. But for the women drawn to Paris – Gertrude Stein and Alice B. Toklas, Djuna Barnes, Berenice Abbot or Colette, to name just a few – freedom meant, besides the freedom to love whom they wanted, mainly to be able to work, as writers, artists, editors, fotografers etc. It must have been a wonderfully inspiring und interesting atmosphere there.

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Solita Solano und Djuna Barnes

Jante Flanner kam 1921 mit ihrer lebenslangen Liebe und Freundin Solita Solano nach Paris, und sie war Journalistin. Von 1925 bis 1975 hat sie für The New Yorker aus Paris, später auch aus dem übrigen Europa berichtet – über kulturelle und politische Ereignisse, Tratsch und Mode, über Personen der Zeitgeschichte. Sie ging während des Zweiten Weltkrieges nach Amerika, wenn auch schlechten Gewissens, kehrte aber nach der Befreiung zurück, um über das Nachkriegs-Europa zu berichten, z.B. über die Nürnberger Prozesse. Sie muss sehr hart gearbeitet haben, oft unter schwierigen Bedingungen, und hat doch offenbar immer darunter gelitten, “nur” als Journalistin, und nicht als Schriftstellerin erfolgreich zu sein. Ihre Texte, unter dem Pseudonym “Genet” veröffentlicht, sind auch heute noch sehr lesenswert, vielseitig, klug, oft mit feiner Ironie. Sie beschreibt und vermittelt ausgezeichnet das Lebensgefühl, die sich im Laufe der Geschichte wandelnde Atmosphäre ihrer Stadt. Ganz sicher hat ihr dabei geholfen, dass sie nicht nur Teil der intellektuellen Avantgarde war, sondern vor allem ihr Leben lang intensiv Freund- und Bekanntschaften pflegte.

Mehr über sie kann man in ihrer Biographie nachlesen: Brenda Wineapple: Genet – a biography of Janet Flanner, New York 1989, oder in diesem sehr netten Buch, in dem ich erstmals über sie stolperte: Andrea Weiss: Paris war eine Frau – Die Frauen von der Left Bank, Rowohlt 1998 – oder man liest einfach ihre Porträts oder Kolumnen selbst.

Janet Flanner came to Paris in 1921, with her livelong love and friend Solita Solano, and she was a journalist. From 1925 to 1975 she reported for The New Yorker, from Paris and later from the whole of Europe – on cultural und political events, gossip and fashion, on personalities of contemporary history. During WW II she went to America, not without a bad conscience, but returned after the liberation to report on postwar Europe, e.g. the Nuremberg Trials. She must have worked very hard, often in difficult circumstances, nonetheless always suffering from being “only” a journalist, not successful as a writer. Her texts, published under the name of “Genet”, are still worth reading today, varied, clever, often witty. She describes and conveys vividly the spirit, the changing atmosphere in her city. It surely helped, that she wasn’t just part of the intellectual avantgarde, but all her live laid much effort in her friendships and acquaintances.

You can read more about her in her biography: Brenda Wineapple: Genet – a biography of Janet Flanner, New York 1989, or in this very nice read, where I came upon her the first time: Andrea Weiss: Paris was a woman, San Francisco 1990 – or you just read her portraits and columns.

 

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from: Brenda Wineapple, A biography of Janet Flanner

Tja, und nun zu den Kleidern … Es heißt, Flanner sei immer äußerst elegant gekleidet gewesen. Die “offiziellen” Bilder, die ich von ihr kenne, zeigen sie auch so: in schlichter Eleganz, eher streng als verspielt, gerne auch etwas maskulin. Es gibt außerdem einige Fotos aus dem privaten Bereich, auf denen sie beispielsweise Hosen oder Rock und Pullover trägt. Das bekannteste Bild von ihr (ganz oben) ist übrigens ein Foto von Berenice Abbott und zeigt sie im Kostüm für einen Maskenball. Ich habe mich jedenfalls an die Großstadt-Janet gehalten und, da für ein Schneiderkostüm (meine erste Wahl) die Zeit nicht reichte, eine Bluse genäht, die, denke ich, ihrem Stil entspricht, ohne meinem allzu fremd zu sein:

Well, and now to clothing … It says, Flanner would always have been highly elegantly clad, and the “official” pictures I kow of her do show her like this: in simple elegance, rather severe than playful, sometimes masculin. There are some private fotos, too, which show her, e.g. in slacks or in a skirt and sweater. The picture of her, that is best known (see above) was, by the way, taken by Berenice Abbott and shows her dressed for a fancy dress ball. Anyway, I took to the Janet of the big city and, because there wasn’t enough time to do a tailored suit (my first choice), I sewed a blouse, which would suit her style, I think, without being too different from mine:

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Ich habe dafür nach Langem mal wieder ein modernes Schnittmuster benutzt (Vogue V8772) und war erstmal ganz erschlagen und etwas beunruhigt von den unendlich vielen Passzeichen und der detaillierten Anleitung. Da Schnittmuster aus den Zwanzigern meistens keine oder minimale Anleitungen haben, bin ich eher so Freistilnähen gewohnt. Die Taillenabnäher habe ich weggelassen, Kragenband und Maschetten etwas schmaler gemacht und natürlich den unteren Saum verändert, und all das hat ganz gut geklappt. Ich hab es eigentlich gerne ein bisschen weniger hochgeschlossen, aber wer weiß, ob ich im Winter nicht noch dankbar dafür sein werde …

I used a modern pattern for this (Vogue V8772), after quite some time, and was rather puzzled by all the markings and so many instructions. Since pattern of the 1920s mostly have none or not much of an instruction, I am rather used to sewing freestyle. I omitted the waist darts, made the neckband and cuffs a little narrower and of course altered the seam, and all this went quite well. Actually I like it a little less high-necked, but who knows, I might be thankful for this in winter …

The Challenge: Heroes

Material: pure cotton

Pattern: Vogue V 8772 with some alterations

Year: I think it quite timeless, but will wear it as part of mid-twenties outfits

Notions: buttons, thread

How historically accurate is it? Very, I think.

First worn: not yet

 

Herbstliche Blumen – Autumnal Flowers

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“Pattern – make something in pattern, the bolder and wilder the better” – so heißt die August-Challenge beim Historical Sew Monthly. Hm, ja. Ich bin nicht so gut mit Mustern, mit wilden schon gar nicht, und auf Bestellung einen bestimmten Stoff zu finden ist ja auch immer nicht so einfach. Letztlich wurden es diese Blümchen auf ganz leichter Baumwolle.

“Pattern – make something in pattern, the bolder and wilder the better” – that’s the challenge for August at the Historical Sew Monthly. Well, yes. I am not good with patterns, not to speak of wild ones, and to find a special fabric just when you need it, isn’t easy either. In the end I went for these little flowers, on very light cotton.

Eine Bluse ist es geworden, und ich hatte nicht nur Spaß beim Nähen. Mein Grundschnitt ist irgendwie immer noch anpassungsbedürftig, ich habe wieder mal den Ausschnitt viel zu weit gemacht und musste eine Blende einsetzen, was auch nach mehreren Anläufen nicht so richtig toll gelungen ist.

It is a blouse, and it wasn’t all fun sewing it. My basic pattern is still in need of adjustment, once more I cut the neckline much too wide and had to set something in (for which I don’t know the english word, sorry). I made several attempts, but it still isn’t marvelous.

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Ich wollte aber schon seit längerem mal so eine blusige Bluse nähen, mit dem engeren Bund, und das hat auch ganz gut geklappt, wenn das Ganze nun auch etwas kürzer und weiter geraten ist, als ich eigentlich vorhatte. So passt sie nun allerdings sehr gut in die frühen Zwanziger Jahre, als noch nicht alles so ganz lang und schmal sein musste.

I had wanted to make such a blousy blouse for quite a while though, with the narrower waistband, and it worked all right, even if the whole thing is a bit shorter and wider now than I had planned it to be. Actually it’s very early twenties now, when everything had not yet to be all longitude and slimness.

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Ich bin auch mit den Ärmeln noch nicht so ganz glücklich (zu lang? Zu weit?), hatte aber keinen Nerv mehr, daran noch länger rumzufrickeln. Ich hab die Bluse aber heute getragen und stelle fest, dass sie mir schlussendlich doch gut gefällt. Ich mag die Farbkombination, der Stoff trägt sich angenehm, und die Bänder haben eine alltagstaugliche Länge. Also – alles andere als perfekt, aber sehr tragbar.

I am not altogether happy with the sleeves (too long? Too wide?), but really didn’t feel like spending more time and energy on it. But after wearing the blouse today I have to say I do like it anyway. It’s a pretty colour combination, the fabric wears nicely, and the length of the streamers is manageable. So – not a masterpiece, but good to have.

 

The Challenge: Pattern

Material: pure cotton, with flowers and without

Pattern: my own

Year: about 1923

Notions: yarn, two buttons

How historically accurate is it? very, I see nothing unsuitable

Hours to complete: many, over a month’s time

First worn: today, for work and play

Gerettet!

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Ein Fleck, mitten auf meinem Lieblingshemd – genäht bei Sewing by the sea, passt zu allen meinen Röcken und ist, vor allem, mein einziges bügelfreies Oberteil. Grrr.

Hm, was drüber sticken – so vielleicht?

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Ich hab einen kurzen Versuch mit Plattstich-Stickerei gemacht, es wurde aber schnell klar, dass ich das niemals so richtig schön und ordentlich hinkriege, die Ränder sahen immer ausgefranst aus. Also bin ich zum bewährten Kettstich zurückgekehrt – macht Fläche und Strecke, ohne allzu großen Perfektionismus zu erfordern.

… Und jetzt ist es eigentlich hübscher als vorher:

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Hurra!!!

 

Basics

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“Gender-Bender” (make an item for the opposite gender, or make an item with elements inspired by the fashions of the opposite gender) und “Holes” (make a garment that is about holes, whether it is lace, slashing, eyelets, etc.) heißen die Aufgaben beim HSM für April und Mai. Da ich schon recht beschäftigt mit der Juli-Challenge bin, sind zwei nicht sehr aufregende, aber gut tragbare Kleidungsstücke herausgekommen.

“Gender-Bender” (make an item for the opposite gender, or make an item with elements inspired by the fashions of the opposite gender) and “Holes” (make a garment that is about holes, whether it is lace, slashing, eyelets, etc.) are the challenges  for HSM in April and May. Since I am quite busy with my project for July already, I made two rather unexiting, but very wearable garments.

Ich hatte ja im Januar mal wieder den Versuch unternommen, eine gut sitzende authentische 30er Jahre Hose zu nähen – das hatte funktioniert, nur gefiel sie mir nicht besonders. Also habe ich es nochmal versucht, diesmal ohne die tiefen Falten vorne, und das ist deutlich besser. Auch wenn die Bilder womöglich noch weniger hermachen als beim ersten Anlauf:

In January I had (once again) had a go at period correct 1930s trousers – which worked nicely, only I didn’t really like them. So I tried again, without the pleating in the front, and that’s much better. Although the pictures seem even more boring:

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Sie hat jedenfalls zwei Abnäher hinten, aber keine vorne, was ich nächstes Mal wohl anders machen würde, die Rundung über den Hüften beult doch ein bisschen aus. Ansonsten sitzt sie aber prima, tief im Schritt und hoch in der Taille, wie es sein soll. Insgesamt hat sich aber mein Gefühl bestätigt: Meine Nähzeit ist mir doch zu kostbar um sie auf etwas zu verwenden, das mich so wenig interessiert wie Hosen. Die werde ich mir künftig kaufen – ziemlich sicher nicht ganz authentisch, aber wenn ich authentisch aussehen will, trag ja ich sowieso keine, oder jedenfalls höchst selten. Es verschwinden also auch mal Dinge von der Wunschliste, das ist doch auch ganz schön …

Anyway, they have two darts in the back but none in the front, which I wouldn’t do again next time, the sides are a little baggy. Apart from that they fit nicely, with a low crotch and a high waist, just as they should be. But I was right hesitating: the time I have for sewing is too precious to spend it on something I find as uninteresting as trousers. I will buy them in future – supposedly they will not be period correct, but when I want to look right, I don’t wear trousers anyway, or very seldom. So sometimes things do vanish from the wish list, too …

Für den Mai wollte ich also mal wieder etwas Hübsches machen – allerdings ließ das Thema “Löcher” zwar Bilder von Renaissanceroben mit geschlitzten Ärmeln oder geschnürten mittelalterlichen Miedern vor meinem Auge erstehen, aber eine Idee für etwas, das ich im Alltag tragen wollte, ließ sich bitten. Schließlich habe ich mich auf’s Sticken verlegt, genauer gesagt, auf die Weißstickerei. Die wiederum hätte eigentlich am Besten zu Wäsche, einem Nachthemd o.Ä. gepasst. Da hab ich aber gerade keinen Bedarf, also hat eine schlichte kleine Bluse eine schlichte kleine Stickerei bekommen:

So for May I wanted to make something pretty – only the challenge “Holes” made me think of renaissance robes with slashed sleeves or laced bodices from the middle ages, but an idea for something I would like to wear on a regular basis was not easy to find. In the end I decided to do some embroidery, whitework embroidery to be precise. This would be most appropriate for underwear, which I am not in need of. So a plain little blouse got some plain little embroidery:

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Der Schnitt ist mal wieder der T-förmige Basisschnitt. Und die Vorzeichnung für die Stickerei habe ich freihändig mit diesem großartigen Stift gemacht, den man anschließend einfach wegbügeln kann, so wie hier.

The pattern is, once more, the T-shaped basic. And I drew the design for the embroidery with one of these great pens.

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Der Ausschnitt ist mit selbst zugeschnittenem Schrägband versäubert, das sich gut unsichtbar von innen an der Stickerei annähen ließ. Ich mag die Bluse, ein hübsches Basic, das gut zu mir und meiner Garderobe passt.

I finished the neck with self fabric bias binding, which could easily be attached invisibly to the embroidery on the inside. I like this blouse, a pretty basic, suiting me and my wardrobe very well.

 

The Challenge: Gender-Bender

Material: something not at all period correct from stash

Pattern: my own

Year: about 1935

Notions: thread, 1 zipper,  snap

How historically accurate is it? Pattern and sewing is fine, the material isn’t.

Hours to complete: maybe six?

First worn: several times already

 

The Challenge: Holes

Material: some very light cotton from stash

Pattern: my own

Year: about 1924

Notions: thread, embroidery thread

How historically accurate is it? very

Hours to complete: three evenings for the embroidery, much less for sewing it up

First worn: not yet

 

Sewing by the sea and HSM #3

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Last weekend I spent in heaven. That is, at Schloss Noer near Eckernförde, with 33 other sewers (and mostly bloggers), invited by Alex of MamaMachtSachen. From thursday to sunday afternoon, time galore for sewing and talking and sewing and taking a stroll to the sea and sewing and sewing and sewing. It was great! And made me aware of how good it is to get out of the closet and share and communicate. And how very important it is to me to have enough time for sewing. After this I made a plan: I will reserve one evening each week for sewing, make an appointment with myself, time to look forward to, and don’t end up on the sofa instead, no matter what. I do hope this will work, although I’m afraid, tinkering all by myself won’t be the same after all.

My original plan for this weekend and this month’s HSM challenge had been to sew a coat. The challenge is called:

Protection – make something to protect yourself (from weather or injury) or your clothes (from soiling etc.)

Several coats were sewn at Noer and it definitely would have been a good idea for me to tackle such a project with so many helpful and experienced sewers around. Buying fabric still isn’t done though, so I decided, protection from the chill of a summer’s evening is protection allright. And sewed a suit jacket.

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The fabric came mostly from my Sunday Best Dress, which I made about a year ago. The skirt was easy to narrow, but the blouse was really big, due to breastfeeding and generally recent childbirth. So I took it apart, and together with the remnants of the fabric I had enough to make something new from it.

The pattern I used was this:

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It is, obviously, for a dress, but I bought it because of the tuxedo collar, with the intention of using only the upper part. It was a size larger anyway, so I just assembled it as it was – and it worked and fits quite well. I forgot to make the facing of the collar a bit smaller than the upper part, so I had to tack it down around the neck to keep it from rolling up. The only other issue was, that, although I had already lengthened it, the finished jacket still seemed to be too short. I added a strip all around the hem, which looked fine at the back, but the lower ends of the turned back collar weren’t convincing at all. At home again, I came up with this idea to make the thing look more intentional:

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So in the end I’m very happy with this! It passes very well for an early 20s jacket, is nice to wear and fills an actual gap in my wardrobe.

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The Challenge: Protection

Material: viscose crepe, rayon for lining

Pattern: reproduction of an original pattern from the early 1920s

Year: ca. 1923

Notions: thread

How historically accurate is it? The fabric is not, I think, the rest is fine – so: about 90%

Hours to complete: about seven oder eight hours

First worn: not yet

Apart from the jacket I made two blouses at the sewing weekend, both of remnant pieces of fabric, from a dress and a pyjama respectively. One after my basic long-sleeved pattern, with a sash and a buckle:

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And another one after the One Hour Dress-scheme:

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Rich booty! And a wonderful weekend to feed on!

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